Haben sich an den Massentests in Wien nur 13,5 Prozent der Testberechtigten beteiligt, so sind die Teststraßen nun kurz vor den Weihnachtsfeiertagen plötzlich überlastet. So gab es am Sonntag zur Mittagszeit einen umfangreichen Stau beim Drive-in des Austria Centers im 22. Bezirk, weswegen jetzt das Angebot kurzfristig ausgeweitet wurde: Wer einen Corona-Schnelltest absolvieren möchte, hat neben dem Austria Center nun auch beim Stadion Center im 2. Bezirk die Möglichkeit dazu. Antigentests werden dort seit Montag, angeboten. Termine vor dem Fest sind jedoch rar. Für die Schnelltests beim Stadion und beim Austria Center ist nämlich eine Terminvereinbarung nötig. Wobei beim Stadion auch PCR-Tests durchgeführt werden. Hier sind etwa Reiserückkehrer eine Zielgruppe. Auf Ergebnisse muss man bei den PCR-Tests jedoch bis zu 48 Stunden warten.

Viele waren nicht angemeldet

Der große Andrang bei den Testboxen im Garagenbereich des ACV lag vor allem an dem Umstand, dass man inzwischen auch Anmeldungen für Familien bzw. Gruppen tätigen kann, hieß es am Montag. Laut Rathaus wird dabei von den Besuchern mitunter vergessen, die Daten aller Anreisenden vorab ins System einzutragen. Die zeitraubende Erfassung der Informationen muss in diesen Fällen erst unmittelbar vor dem Test vorgenommen werden, was zu Verzögerungen führt. Empfohlen wird dringend, die Eintragung schon bei der Anmeldung zu erledigen. Allein am Sonntag gab es rund 7.300 Schnelltestungen, am Samstag 4.800, wie ein Sprecher von Hacker der "Wiener Zeitung" erklärte. Am Donnerstag waren es nur etwa 1.500.

Nicht ganz so heftig war der Andrang bei den "Walk-ins" im Foyer des ACV. Dort wurden nun auch zusätzliche Testlinien eröffnet. Die Corona-Checks sind jedenfalls gut gebucht: Allein für das Austria Center sind laut dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) bis zum 7. Jänner bereits 90.000 Termine vergeben worden. Im Stadion, wo erst am Montag die ersten Zeitslots bereitgestellt wurden, sind es schon mehr als 5.000. Für den 23. und 24. Dezember wurde die Zahl der Anmeldungen bei diesen Standorten mit rund 35.000 beziffert.

Wer jetzt noch einen Termin vor Weihnachten fixieren möchte, hat nur noch wenig Auswahl. Außerdem gab es aufgrund von Überlastung immer wieder Probleme mit der Webseite. Laut Hacker-Büro wird geprüft, zusätzliche Kapazitäten zu schaffen. Die große Herausforderung dabei sei, ausreichend Personal für die Abstriche bereitzustellen, hieß es.

Eine dritte Teststraße befindet sich übrigens auf der Donauinsel, wobei dort keine Covid-19-Schnelltests absolviert werden können. Das Angebot richtet sich hier vorrangig an Personen mit Symptomen, wobei diese auf jeden Fall mit dem Auto zur Station kommen müssen.

Ganz unerwartet war der große Andrang aber nicht, wie der Sprecher versicherte: "Uns war schon klar, dass sich kurz vor Weihnachten viele Menschen testen lassen wollen, deswegen haben wir ja das ACV so eingerichtet, dass dort jeden Tag bis zu 17.000 Testungen vorgenommen werden können, und im Stadion können jetzt auch noch 720 zusätzliche Tests pro Tag erfolgen." Und das soll auch über die Feiertage so bleiben - das ACV testet täglich von 7 bis 19 Uhr geöffnet und das Stadion von 6 bis 21 Uhr.

Auch Apotheken überlaufen

"Die Anmeldungen flachen ab dem 26. Dezember natürlich etwas ab, aber wir gehen davon aus, dass sich viele Menschen wieder testen lassen wollen, nachdem sie ihre Verwandtenbesuche absolviert haben, also wird das Angebot weiterhin bestehen", heißt es aus dem Büro des Gesundheitsstadtrats.

Engpässe dürfte es auch in den Apotheken geben, wie ein Sprecher der Apothekenkammer bestätigte. Österreichweit werden in rund 160 spezialisierten Apotheken Covid-19-Antigen-Schnelltests durchgeführt. Allein in Wien sind es 32 Apotheken. "Konkrete Zahlen gibt es zwar keine, aber die Rückmeldungen aus Wien und den Bundesländern lassen darauf schließen, dass die sehr gut nachgefragt sind. So dürfte es am 24. Dezember kaum noch Termine geben, auch in den kommenden zwei Tagen sind schon die meisten Testtermine gebucht", hieß es am Montag.(rös)