Der Jahreswechsel 2020/21 verlief zwar in Österreich wegen des Corona-Lockdowns stark schaumgebremst. Aktivitäten und Feuerwerke waren deutlich eingeschränkt. Die Silvesternacht ist dennoch mitunter mit Unglücken abgelaufen.

Teile seiner Hand hat ein 25-Jähriger in Wien-Simmering in der Silvesternacht durch das Hantieren mit einem pyrotechnischen Gegenstand verloren. Insgesamt verzeichnete man in der Bundeshauptstadt aber deutlich weniger Einsätze als in den vergangenen Jahren, berichtete die Wiener Berufsrettung.

Die Rettung wurde am Donnerstag gegen 21.40 Uhr von Passanten per Notruf in die Rappachgasse gerufen. Sanitäter versorgte den durch einen Böller Schwerverletzten und brachte ihn in einen Schockraum.

Von 19.00 Uhr bis 7.00 Uhr am Neujahrstag zählte die Berufsrettung 300 Einsätze. In den vergangenen Jahren waren es einem Sprecher zufolge immer über 400, beim Jahreswechsel 2019/20 exakt 407.

Verletzung mit Feuerwerk in Niederösterreich

Die Silvesternacht ist für die niederösterreichischen Rettungsdienste ist heuer vergleichsweise ruhig verlaufen. Insgesamt habe es 208 Rettungseinsätze gegeben, teilte Notruf NÖ am Neujahrstag mit. Das seien 96 weniger als im Vorjahr. Der Lockdown aufgrund der Coronakrise sei spürbar gewesen. Zwischen 21.00 Uhr und 5.00 Uhr habe man einen Rückgang von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet.

Im Laufe der Silvesternacht hätten die Mitarbeiter 507 Telefonate geführt, in denen oft Erste-Hilfe- und Sicherheitsanweisungen gegeben wurden. Zusätzlich zu den 208 Rettungseinsätzen seien 72 Krankentransporte durchgeführt worden. Nur einmal hätten die Rettungskräfte aufgrund einer Verletzung mit einem Feuerwerkskörper ausrücken müssen. Zwei Schwerverletzte seien nach einem Verkehrsunfall kurz nach Mitternacht in Amstetten versorgt worden.

Bei 84 Einsätzen musste laut Notruf NÖ der Notarzt ausrücken. Ursache dafür waren meist übermäßiger Alkoholkonsum, Stürze mit Kopfverletzungen und akute Erkrankungen durch Herz- und Lungenprobleme.

43 Prozent weniger Alarmierungen in Tirol

Ähnlich war die Lage in Tirol: Die Tiroler Einsatzkräfte haben, wie erwartet, eine vergleichsweise ruhige Silvesternacht erlebt. Die Leitstelle Tirol verzeichnete um 43 Prozent weniger Alarmierungen als im Vorjahr. Zwischen 19.00 Uhr und 5.00 Uhr rückten sie 239 Mal aus, beim vergangenen Jahreswechsel wurden 421 Einsätze absolviert, teilten die Verantwortlichen am Freitag mit.

Auch von der Tiroler Polizei hieß es gegenüber der APA, dass es keine "besonders aufsehenerregende Nacht war". Es sei aber auch nicht "sehr ruhig" gewesen. Das öffentliche Feuerwerk auf der Seegrube in Innsbruck dürfte aber zu keinen größeren Menschenansammlungen in der Stadt geführt haben, es habe nicht sehr viele polizeiliche Amtshandlungen gegeben.

Dagegen ereigneten sich in der Silvesternacht kleinere Brände bzw. Verletzungen aufgrund von Feuerwerkskörpern. Noch vor Mitternacht verirrte sich etwa in Innsbruck eine Rakete auf den Balkon eines Mehrparteienhauses. Zwei Männer, die versuchten den Brand zu löschen, mussten wegen Rauchgasvergiftungen in die Klinik gebracht werden. Nach dem Jahreswechsel ereignete sich in Maurach am Achensee ebenfalls wegen einem Feuerwerkskörper ein Glimmbrand. Ein 16-Jähriger zog sich bei einem Löschversuch eine Brandwunde zu, hieß es. (apa/red.)