Anfang nächster Woche beginnen rund um das Rathaus die Arbeiten für den Ausbau des Wiener U-Bahn-Netzes. Konkret wird die Errichtung der neuen U5-Trasse und der Umbau der jetzigen U2-Haltestelle Rathaus zur U2/U5-Knotenstation in Angriff genommen. Das macht ab Montagnacht Verkehrsumleitungen für Auto- und Radfahrer notwendig, die vor allem einen Abschnitt der "Zweierlinie" betreffen. Sie bleiben mehrere Jahre bestehen.

Bei der Erweiterung des U-Bahn-Netzes handle es sich um eine der größten Baustellen der Stadt für die kommenden Jahre, erklärte der städtische Baustellenkoordinator Peter Lenz am Donnerstag in einer Online-Pressekonferenz. Denn entlang des Straßenverlaufs werden Baugruben und Lagerflächen für die Bauarbeiten eingerichtet. Das führe zu "massiven Behinderungen" im Straßenverkehr.


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Die nötigen Änderungen im Verkehrsfluss, die ab Montag, ca. 22 Uhr in Kraft treten, betreffen vor allem den Abschnitt der Landesgerichtsstraße ("Zweierlinie") zwischen Rathaus und Universitätsstraße/Alser Straße. Autofahrer, die vom Museumsquartier Richtung 9. Bezirk unterwegs sind, werden zweispurig über die Felderstraße und Ebendorfer Straße umgeleitet. Radfahrer werden in Richtung Alsergrund ebenfalls umgeleitet, und zwar schon ab der Doblhoffgasse über den Friedricht-Schmidt-Platz und die Rathausstraße.

Vorbereitungen laufen seit zwei Jahren

In die andere Richtung bleibt die Landesgerichtsstraße im betreffenden Abschnitt für den Verkehr befahrbar - wenn auch nur auf einem Fahrstreifen. Die Durchfahrt Alser Straße/Universitätsstraße ist für Pkw allerdings nicht möglich. Hier greifen ebenfalls örtliche Ausweichstrecken. Für Fußgänger, Radfahrer und die Straßenbahnlinien 43 und 44, die die Kreuzung passieren, ändert sich jedoch nichts.

"Sollte zu keinen gravierenden Staus kommen"

"Das ist keine einfache Umleitung", verwies Lenz auf den Umfang der Alternativrouten und die mehrjährige Dauer. Deshalb habe man bereits vor zwei Jahren mit den Vorbereitungen begonnen. Entlang der Umleitungsstrecken werden sechs temporäre Ampeln in Betrieb genommen.

"Es sollte zu keinen gravierenden Staus kommen", zeigte sich der Baustellenkoordinator optimistisch. Das würden auch Verkehrssimulationen zeigen, wie Gerald Winterstein von der MA 33 - sie hat die Berechnungen erstellt - ausführte. Ein paar kritische Punkte gebe es aber schon - etwa das Kreuzungsplateau Währinger Straße/Hörlgasse/Straße des Achten Mai, wo in Folge der Umleitungen bzw. Teilsperren mehr Verkehrsaufkommen erwartet wird. Hier werde in den ersten Tagen die Polizei unterstützen, um eine verstellte Kreuzung zu verhindern.

Außerdem werde sich die Situation insgesamt in den ersten Tagen noch einspielen müssen, wurde betont. Denn nach dem Start der Umleitungen sind in den Folgetagen noch ein paar Arbeiten an der Strecke nötig - etwa der Umbau bestehender Ampeln, die freilich bis zum Infrakttreten der Ausweichrouten normal in Betrieb bleiben müssen, wie Winterstein erklärte.

"Auf jeden Fall vier Jahre"

Lenz appellierte generell an die Autofahrer, in der Anfangsphase etwas mehr Zeit einzuplanen, den Bereich eher großräumig zu umfahren oder auf die Öffis umzusteigen. Wie lange genau die Maßnahmen gelten werden, konnte Lenz heute nicht sagen. "Auf jeden Fall vier Jahre", meinte er. Danach werde es schrittweise zu einer Wiederinbetriebnahme der gesperrten Bereiche kommen. Geplant ist, dass die U5 ab 2026 bis zum Frankhplatz beim Alten AKH fährt, die U2 dann ab 2028 bis zum Matzleinsdorfer Platz.


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Die rot-pinke Stadtregierung will bekanntlich die CO2-Emissionen des Verkehrssektors pro Kopf bis 2030 um 50 Prozent reduzieren. Dafür muss sich auch etwas am Modal Split ändern: Und vor allem durch die Ausweitung des Rad und Fußverkehrs und den Asbau der Öffis.