Diese Woche startet Wien seine Großimpfaktion. Ab Freitag können sich Angehörige des Pflege- und Gesundheitsbereichs im großen Stil gegen Covid-19 immunisieren lassen. Ein Monat später sind Über-80-Jährige und Hochrisikogruppen an der Reihe. Auch in den Bundesländern steht man bereits in den Startlöchern. Sich an die dreistufige Impfstrategie des Bundes zu halten, versprechen fast alle: Phase 1 ist dabei jene, in der noch wenig Impfstoff vorhanden ist und dieser daher primär dem Gesundheitsbereich zur Verfügung steht. Der anvisierte Zeitraum für diese Phase ist Jänner/Februar. Von Februar bis April sollen ältere Menschen, Hochrisikogruppen und Menschen mit Systemrisiko in den Bereichen Sicherheit, Justiz, Schulen und Bildungseinrichtungen folgen. Ab dem zweiten Quartal 2021 soll ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehen, um jeden zu impfen, der das möchte.

Wien

In der Bundeshauptstadt wird die erste Corona-Großimpfaktion von 15. bis 18. Jänner in der Messe stattfinden: 11.000 Mitarbeiter im Gesundheits- und Pflegebereich - also Ärzte und Ordinationspersonal im niedergelassenen Bereich, Pfleger, Sanitäter oder Hebammen - werden ihre erste Dosis erhalten. Dazu werden in der Messe 14 Impfstraßen aufgebaut. Das teilten Bürgermeister Michael Ludwig und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (beide SPÖ) am Dienstag mit. Ab 18. Jänner kann sich dann jeder für eine Impfung vormerken lassen. An diesem Tag ist ab 10 Uhr eine Registrierung online möglich - unter derselben Adresse wie bei der gratis Grippeimpfung: https://impfservice.wien. Sobald Termine verfügbar sind, wird man verständigt, erklärte Hacker. Vorrang werden auch Menschen ab einem Alter von 80 Jahren haben, die nicht in Pensionistenwohnhäusern leben: Sie können sich in Wien spätestens ab Mitte Februar impfen lassen. Dafür werden schrittweise Impfstraßen eingerichtet, wie es sie zuletzt auch bei der Grippe-Impfkampagne gegeben hat. "Wir folgen hier den Empfehlungen des nationalen Impfgremiums und es macht auch durchaus Sinn, zuerst jene zu impfen, die sich um kranke Menschen kümmern", meinte Hacker dazu. In Wien wurden bereits 7.000 Menschen geimpft - 5.400 in Pensionisten- und Pflegeheimen sowie 1.600 in den Spitälern. "48.500 werden es bis Ende Jänner sein", sagte Ludwig. 11.400 Dosen stehen den Spitälern noch diese Woche zur Verfügung. Bis zum Ende des ersten Quartals sollen dann mindestens 131.000 Wiener oder elf Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren gegen das Coronavirus immunisiert werden, also beide Teilimpfungen erhalten haben - abhängig vom Bund zugesagten Impf-Dosen. Da der derzeit verfügbare Biontech/Pfizer-Impfstoff stark gekühlt werden muss, sind mobile Impfeinrichtungen nicht möglich. Der wesentlich handhabungsfreundlichere Impfstoff Astra-Zeneca, der ab Mitte Februar zur Verfügung stehen soll, soll ein "Game Changer" sein, so Hacker: "Die wirkliche Breite wird man mit den Impfungen daher nicht vor dem zweiten Quartal erreichen."

Niederösterreich

Die niederösterreichische Impfstrategie weicht kaum von den Empfehlungen des Bundes ab. "Bis Ende der Woche werden wir 26.000 Impfdosen verimpft haben", so die niederösterreichische Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) gegenüber der "Wiener Zeitung". Aktuell wird in allen Alten- und Pflegeheimen und auf den in Covid-Stationen der Spitäler geimpft. Ab 8. Februar sollen auch über 80-Jährge, die in ihren eigenen vier Wänden leben, das Vakzin erhalten. "Wir setzen auf den niedergelassenen Bereich", sagt Königsberger-Ludwig. Geimpft wird dezentral in Impfstellen bei den Ärzten. Bei den Menschen zuhause könne derzeit nicht geimpft werden. "Das lässt der Impfstoff von Biontech und Pfizer nicht zu. Wir müssen die Kühlkette einhalten." Der Impfstoff muss bei minus 70 Grad gelagert werden. Logistische Probleme gibt es derzeit keine. "Wir können alle Impfstoffe, die wir erhalten, sofort verabreichen." Ab Ende März wolle man in die Breite gehen. Vorausgesetzt die Impfdosen sind rechtzeitig und ausreichend vorhanden. Vor allem auf dem Impfstoff des Arzneimittelherstellers Astra Zeneca ruhen die Hoffnungen, da dieser bei Kühlschranktemperaturen gelagert werden kann.

Oberösterreich

In Oberösterreich wurden von 40.000 zur Verfügung stehenden Impfdosen bisher 21.000 abgerufen. Der Rest soll bis Monatsende verimpft werden. Bis Ende Jänner sollen alle Personen, die sich in einem Pflegeheim zur Impfung angemeldet haben, immunisiert sein, wie die Landesregierung auf Anfrage mitteilte. Zeitgleich wird ab dieser Woche auf den Covid-Stationen der Krankenhäuser mit der Impfung begonnen. Ab nächster Woche sollen Menschen ab 80 Jahren, die in keinem Heim leben, zum Zug kommen. Aufgrund der beschränkten Anzahl an Impfstoffdosen können mit dem aktuell zur Verfügung stehenden Kontingent etwa 30 Prozent der über 80-jährigen Personen mit einem Impfstoff versorgt werden.

Salzburg

Auch das Land Salzburg hat am Dienstag den Impfplan für die kommenden Monate skizziert. Bis zum vergangenen Wochenende wurden 3.100 Impfdosen verabreicht. In der laufenden Woche werden 20 weitere Seniorenwohnheime durchgeimpft, heißt es auf Anfrage der "Wiener Zeitung" aus dem Büro von Gesundheitslandrat Christian Stöckl. Erste Teilimpfungen in Alten- und Pflegeheimen sollen damit spätestens in der nächsten Woche abgeschlossen sein. Alle Heime hätten Imfpdosen bestellt. Auch das Gesundheitspersonal in risikoexponierten Bereichen wie Covid-Stationen wird bereits geimpft. Ab Anfang Februar will Salzburg beginnen, über 80-Jährige, die zu Hause wohnen, zu impfen. Das sind rund 30.000 Personen. Sie können sich dafür online oder unter der Hotline 1450 anmelden. Ab März können sich auch über 65-Jährige vormerken lassen. Erst danach kann die Impfungen jüngerer Menschen beginnen. Die Impfung soll bei niedergelassenen Ärzten erfolgen. Sollten die Kapazitäten nicht reichen, werden in Städten und größeren Gemeinden Impfstraßen errichtet.

Burgenland

Im Burgenland werden alle Heimbewohner, das Heimpersonal und die Mitarbeiter der Covid- und Intensivstationen bis spätestens nächste Woche geimpft. Danach soll die Gruppe der Über-80-Jährigen das Vakzin erhalten. Ob dies noch im Jänner möglich ist, sei noch offen, erklärte Landesrat Leonhard Schneemann (SPÖ) bei der Präsentation der Impfstrategie. Im Jänner können rund 4.500 Personen geimpft werden, 9.000 Dosen stehen zur Verfügung. "Wir können alles was wir bekommen, sofort verimpfen", sagt er.

Kärnten

In Kärnten finden bis Freitag die letzten Impfungen in Alten- und Pflegeheimen statt. Insgesamt wurden dort dann rund 5.100 Mitarbeiter und Bewohner imunisiert. Über 80-Jährige, die nicht im Heim leben, haben noch bis Donnerstag Zeit, um sich bei ihrer Gemeinde für eine Corona-Impfung anzumelden. Die ersten von ihnen sollen bereits am kommenden Samstag geimpft werden. Die 3.900 Impfdosen, die für diese Altersgruppe vorerst zur Verfügung stehen, dürften jedoch bald aufgebraucht sein, denn allein in Klagenfurt und Villach haben sich bereits mehr als 3.000 über 80-Jährige für die Impfung angemeldet. Insgesamt sollen in Kärnten bis Ende März 40.000 Personen gegen das Virus geimpft werden.

Tirol

In Tirol haben rund 40.000 über 80-Jährige ab Anfang Februar die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Derzeit erheben die Gemeinden bis Ende nächster Woche, wieviele der über 80-Jährigen sich impfen lassen wollen. Danach wird beim Bund die entsprechende Anzahl bestellt. Von und 88.000 Impfdosen, die das Land im ersten Quartal 2021 vom Bund erhalten soll, werden auch Bewohner und Mitarbeiter von Alten- und Pflegeheimen geimpft. Geimpft werden soll von den Hausärzten und eventuell auch in den Impfstraßen, die sich noch in Planung befinden. Die Landesregierung befindet sich seit Dienstag in zweitägiger Klausur, um die Vorgehensweise zu erarbeiten.

Steiermark

Auch die Steirer arbeiten noch an ihrem Impfkonzept. Ab wann über 80-Jährige außerhalb von Heimen geimpft werden, ist unklar. Man will diese Zielgruppe erst kontaktieren, wenn genug Impfstoff, der einfacher zu lagern ist, zur Verfügung steht. Das könnte im Februar oder gar erst im März der Fall sein. Je nachdem wieviele Menschen ihr Interesse an der Impfung kundtun, könnte es Impfstraßen geben. Gemeinden und Städte sollen rechtzeitig an ältere Menschen herantreten, aber erst dann, wenn die Impfdosen in absehbarer Zeit zur Verfügung stehen. In der Steiermark leben rund 75.000 Menschen, die 80 Jahre oder älter sind. Etwa 12.000 Menschen leben in Pflegeheimen und werden von rund 10.000 Pflegekräften betreut.

Vorarlberg

In der Impfstraße Dornbirn wurden seit Freitag 3000 Ärzte und Gesundheitspersonal aus dem niedergelassenen Bereich geimpft. Das Ländle plant sieben weitere Impfstraßen, die zugleich permanente Teststraßen sind. Über-80-Jährige werden in den kommenden Tagen schriftlich informiert, dass sie sich für eine Impfung vormerken lassen können. Ab kommender Woche soll es eine Online-Plattform geben, bei der sich Menschen jedes Alters für eine Impfung vormerken lassen können.