In Wien beginnt bald das große Impfen: Bereits morgen, Freitag, startet in der Messe Wien eine erste Aktion, wo bis Sonntag rund 11.000 Mitarbeiter im Gesundheits- und Pflegebereich - also Ärzte und Ordinationspersonal im niedergelassenen Bereich, Pfleger, Sanitäter und Hebammen - geimpft werden sollen. Und ab kommenden Montag kann sich dann jeder für eine Corona-Impfung vormerken lassen. An diesem Tag ist ab 10 Uhr eine Online-Registrierung möglich.

Die "Wiener Zeitung" gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit der Corona-Impfung:

Wie kann ich mich zur Impfung anmelden?

Eine Vormerkung für die Corona-Impfung ist ab kommenden Montag um 10 Uhr möglich: Die Registrierung erfolgt online auf www.impfservice.wien oder telefonisch unter 1450. Es handelt sich allerdings nur um eine Vormerkung. Die Bekanntgabe des Impftermins erfolgt dann per Mail oder telefonisch.

Wann bekomme ich dann einen Impftermin?

Aufgrund von anfänglicher Impfstoffknappheit ist eine Priorisierung nötig. Zuerst kommt das Gesundheitspersonal sowie Personen in Pensionisten- und Pflegehäusern dran. Sobald genügend Impfstoff vorhanden ist, können im Laufe des Jahres 2021 alle Wienerinnen und Wiener geimpft werden. Welche Impfstoffe werden verwendet? Es gibt anfangs nur den Impfstoff von Pfizer/Biontech, dieser wurde am 21. Dezember 2020 als erster Covid-19-Impfstoff von der Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) europaweit zugelassen. Der Impfstoff von Moderna wurde als zweiter Covid-19-Impfstoff am 6. Jänner 2021 zugelassen. Für den Impfstoff von Astra Zeneca wird bis zum 29. Jänner vom zuständigen Ausschuss der EU-Arzneimittelbehörde grünes Licht erwartet.

Wie funktionieren die Impfstoffe genau?

Bei dem Impfstoff von Pfizer/Biontech sowie Moderna handelt es sich um einen mRNA-Impfstoff. Dabei erhält der Körper genetisches Material des Virus, eine Art Bauplan für den Bau von Virusteilen, sogenannten Virusproteinen. Auf diese Virusproteine reagiert dann das Immunsystem - etwa mit der Bildung von Antikörpern. Beim Impfstoff von Astra Zeneca handelt es sich um einen vektorbasierten Impfstoff. Vektorimpfstoffe beruhen auf dem Prinzip, ein für den Menschen zwar infektionsfähiges, aber völlig harmloses Virus so umzubauen, dass es zwar seine harmlosen Eigenschaften nicht verliert, aber für unser Immunsystem so aussieht, als wäre es ein völlig anderer Erreger. Das Immunsystem reagiert auf dieses Vektorvirus als wäre es ein Sars-CoV-2-Erreger, aber mit dem Unterschied, dass Krankheitsfolgen ausbleiben. Der Impfstoff ist weniger wirksam, aber einfacher zu nutzen, da er sich bei normalen Kühlschranktemperaturen lagern lässt.

Wird es eine Impfpflicht geben?

Nein. Die Covid-19-Impfung ist für alle Personen freiwillig.

Fallen für die Impfung Kosten an?

Nein. Die Impfung ist für alle gratis.

Wer kann die Impfung in Anspruch nehmen und ab welchem Alter?

Alle in Österreich lebenden Personen. Wobei der Impfstoff von Biontech/Pfizer ab dem 16. und jener von Moderna ab dem 18. Lebensjahr freigegeben ist.

Wie oft muss geimpft werden?

Bei Biontech/Pfizer sind 2 Impfungen im Abstand von drei Wochen für den Impfschutz erforderlich. Für Moderna 2 Impfungen im Abstand von vier Wochen.

Tut die Impfung weh?

An der Einstichstelle kann es eventuell zu einem Wärmegefühl, einer Rötung und Druckschmerz kommen. Die Reaktionen an der Einstichstelle sind relativ häufig und treten bei 8 von 10 Geimpften auf. Diese Nebenwirkung ist eventuell lästig, aber dennoch harmlos und nach wenigen Tagen verschwunden.

Ab wann ist man nach der Impfung geschützt?

Nach der 2. Teilimpfung dauert es circa ein bis zwei Wochen, bis der Körper einen ausreichenden Schutz vor einer Ansteckung aufgebaut hat.

Wie lange hält die Wirkung der Impfung an?

Darüber liegen noch keine Langzeitdaten vor - eine längere Wirkung kann vermutet werden, ist aber derzeit nicht wissenschaftlich bewiesen.

Wie sicher ist der Impfstoff?

In den Zulassungsstudien mit mehr als 44.000 Personen weltweit wurden keine schweren, geschweige denn lebensbedrohlichen unerwünschten Nebenwirkungen beobachtet.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Sehr häufige Impfreaktionen waren bisher schmerzhafte Rötungen an der Injektionsstelle (8 von 10), Krankheitsgefühl wie bei einer beginnenden Verkühlung z.B. Fieber (1 von 10), Muskel- oder Gelenkschmerzen (2 bis 3 von 10) und Kopfweh (5 von 10). Die Impfreaktionen kommen bei der 2. Impfung häufiger vor und klingen nach wenigen Tagen ab.

Sollte man impfen, wenn man Covid-19 schon gehabt hat?

Ja. Damit kommt es zu einer Auffrischung der bereits bestehenden Immunität und damit zu einer Schutzverlängerung.

Muss man nach der Impfung weiterhin Mund- und Nasenschutz tragen?

Bis auf weiteres: Ja. Die Maske dient dem Selbstschutz, besonders aber dem Fremdschutz.

Sollen sich schwangere Frauen impfen lassen?

Schwangere wurden in den Studien mit dem Impfstoff nicht untersucht. Aus diesem Grund können und sollen Schwangere nicht geimpft werden.(rös)