In Wien ist am Montag um 10 Uhr offiziell die Vormerkplattform für die Coronavirus-Impfung gestartet - ohne Serverausfälle wie in Oberösterreich am Freitag und ohne übertrieben lange Wartezeiten bei 1450, wie vonseiten der Stadt betont wurde: Auf der Webseite https://impfservice.wien können sich ab sofort alle Wienerinnen und Wiener dafür registrieren. Dass das Interesse sehr groß ist, zeigte sich bereits am Wochenende: Am Samstag erfolgte der nicht beworbene "Soft Start" der Plattform. Bis Sonntagnachmittag hatten sich bereits 120.000 Personen angemeldet. Am Montag, Stand 16 Uhr, verzeichnete Wien bisher 263.000 Vormerkungen für die Covid-19- Impfung.

Die frühere Inbetriebnahme der Plattform erfolgte, um einen Zusammenbruch der Server am Montag zu vermeiden. Mit dem offiziellen Start am Montag wurde die Registrierfunktion für die Impfung auf der Impfservice-Webseite prominent auf der Startseite platziert. Die Wienerinnen und Wiener können sich sowohl online als auch unter der Telefonnummer 1450 für die Coronavirus-Impfung registrieren.

Zeitpunkt der Vormerkung ohne Einfluss auf Reihung

Eine konkrete Terminvereinbarung für eine Impfung bedeutet die Vormerkung allerdings noch nicht. Personen, die sich angemeldet haben, erhalten erst zu einem späteren Zeitpunkt Terminvorschläge. Ein First-Come-First-Serve-Prinzip gibt es nicht, wie bereits mehrmals betont wurde. Und auch auf der Anmeldeplattform heißt es: "Der Zeitpunkt der Vormerkung hat keinen Einfluss auf die Reihung beim Impfen."

Bei der Online-Registrierung sind persönliche Daten in ein Formular einzutragen. Die Reihung der über 80-, über 70- und über 60-Jährigen erfolgt durch das Entragen des Geburtsdatums. Um eine Doppelregistrierung zu verhindern, kann mit einer Emailadresse jeweils nur eine Person angemeldet werden. Hochrisiko- und Risikogruppen müssen auch ihre Diagnose angeben. Die Hochrisikogruppe kann u.a. wählen aus den Punkten: "Adipositas ausgeprägt ab dem Grad III mit einem BMI > = 40", "Aktive Krebserkrankung mit einer jeweils innerhalb der letzten sechs Monate erfolgten onkologischen Pharmakotherapie", "Arterielle Hypertonie mit bestehenden Endorganschäden", "Chronische Dialyse", "Diabetes mellitus Typ I und II", "Trisomie 21".

Die Risikogruppe kann u.a. aus den Punkten "Adipositas (BMI > 30"), "Arterielle Hypertonie", "Asthma bronchiale", "Herzinsuffizienz" oder "HIV-Infektion" wählen. Wobei es am Montag Kritik daran gab, dass man jeweils nur eine Diagnose angeben kann und nicht mehrere. "Eine Angabe reicht, um der Hochrisikogruppe bzw. zur Risikogruppe gezählt zu werden", erklärte ein Sprecher von Hacker am Montag. Und außerdem seien dann zum endgültigen Impftermin ohnehin alle ärztlichen Atteste mitzubringen. Jedenfalls hängt es von den jeweiligen Angaben ab, in welcher Phase man zur Impfung eingeladen wird.

Wie bereits berichtet, gibt es folgende vier Phasen:

Phase I - Hochrisikogruppe: Personal und Bewohner von Alten- und Pflegeeinrichtungen, Mobile Pflege, Pflegebedürftige in Heimpflege, Gesundheitspersonal in Krankenanstalten, Ärzte im niedergelassenen Bereich, Rettungsdienste und ältere Personen ab 80 Jahren.

Phase II - Erweiterte Risikogruppe: Betreuungseinrichtung (Obdachlosen-, Behinderteneinrichtungen, etc.), ältere Personen ab 70 Jahren, Polizei, Apotheken, körpernahe Gesundheitsdienstanbieter, enge Kontakte von Schwangeren.

Phase III - allgemeine Risikogruppe: Kritische Infrastruktur wie etwa Bildungspersonal inklusive Kindergärten, Schlüsselpersonal der Regierung, internationale Organisationen, ältere Menschen ab 60, Personen in körpernahen Arbeitsverhältnissen, Einzelhandel/Gastronomie/Tourismus, nicht-medizinische körpernahe Berufe, berufliche Grenzpendler (Pilot, Stewardess, etc.), Kulturschaffende, Spitzensport, sowie Studierende und Lernende.

Phase IV: Die restliche Bevölkerung - dazu gehören alle Personen, die älter als 16 Jahre alt sind.

Ältere Menschen über 80 Jahre, die zur Hochrisikogruppe zählen, können laut Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker in Wien ab Mitte Februar geimpft werden. Die Restbevölkerung - also Phase-IV-Zugehörige - wird laut Stadt keinesfalls vor dem zweiten Quartal drankommen.

Gesundheitspersonal größtenteils schon geimpft

Übrigens - der Start-Tag für die Impf-Registrierungen war gleichzeitig auch Finaltag in Sachen Impfen von Gesundheitspersonal: Rund 11.000 Menschen - das Angebot war rasch ausgebucht - wurden in der Messe Wien an insgesamt vier Tagen bei der ersten Großimpfaktion in Wien immunisiert. Der Großteil dieser Impfdosen war für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte und deren Mitarbeiter reserviert. Aber auch für Personal von Rettungsdiensten und der mobilen Pflege sowie Hebammen waren die insgesamt 14 Impfstraßen in der Messe gedacht.(rös)