Gegen eine Schlepperorganisation hat sich eine Razzia der Wiener Polizei gerichtet, die am Mittwochvormittag in einem Hotel in Hernals durchgeführt wurde. Dabei wurden vier Schlepper im Alter von 38 bis 58 Jahren und 30 Flüchtlinge aufgegriffen. Das Hotel diente offenbar als Unterkunft für Schlepper und Geschleppte.

Die Polizei ermittelte schon seit längerem gegen die Organisation. Dabei wurden Informationen zu dem Hotel gesammelt, teilweise auch aus Deutschland. Laut Polizeisprecher Markus Dittrich gab es auch Informationen der Anrainer, die offensichtlich mitbekommen hatten, dass das Hotel trotz der Bestimmungen des Covid-19-Maßnahmengesetzes in Betrieb war.

Am Mittwoch schlugen die Kriminalisten zu. Neben Ermittlern des Landeskriminalamtes waren die Wega, die Bereitschaftseinheit, das Stadtpolizeikommando Ottakring und die Abteilung für Fremdenpolizei und Anhaltevollzug im Einsatz. Dazu kamen Mitarbeiter des Büros für Sofortmaßnahmen der Stadt Wien und der Finanzpolizei sowie der zuständige Staatsanwalt.

Flüchtlinge vor allem aus Syrien

Das Alter der Flüchtlinge wurde mit 20 bis 30 angegeben. Sie kommen vor allem aus Syrien, aber auch aus dem Irak und aus Jemen. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie über die Balkanroute nach Wien kamen. Die Polizei stellte auch Mobiltelefone und einen Bargeldbetrag im mittleren vierstelligen Bereich sicher. Der Betreiber des Hotels befindet sich unter den festgenommenen Schleppern. Er muss sich auch wegen der Verletzung der Bestimmungen des Covid-19-Maßnahmengesetzes verantworten. (apa)