Wer in Wien ein Fleckchen Grün erwerben will, hat es künftig schwerer. Die Stadt beendet nämlich mit Februar den Verkauf von Kleingärten, die in ihrem Eigentum stehen. Am kommenden Montag, 8. Februar, soll dies im zuständigen Ausschuss und daraufhin in der nächsten Gemeinderatssitzung am 25. Februar beschlossen werden, bestätigte ein Sprecher von Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ) einen Bericht der "Presse" (Montagsausgabe).

"Grund und Boden wird in urbanen Räumen immer wertvoller und gilt heute zurecht als das Gold der Städte. Um die Nutzung dieser beliebten Grünoasen auch für kommende Generationen zu garantieren und um etwaige Spekulation aufgrund steigender Bodenpreise frühzeitig zu verhindern, sollen die städtischen Kleingärten ab nun im Besitz der öffentlichen Hand bleiben", argumentierte Gaal in einem der APA übermittelten schriftlichen Statement.

Laut Wohnbauressort wurden zwischen 1993 bis Ende 2020 insgesamt 5.363 Kleingärten verkauft. Die Stadt verfügte bisher zwar über zehn Jahre lang ein Vorkaufsrecht. Danach habe der Besitzer aber die Grünfläche nach Belieben teuer weiterverkaufen können, erklärte ein Gaal-Sprecher. Mit Stichtag 1. Jänner 2021 befanden sich noch 13.805 Kleingärten in einer Gesamtgröße von rund 5,4 Millionen Quadratmetern im Eigentum der Stadt Wien.

In manchen Ausnahmefällen kann aber in einer Übergangsphase nach wie vor ein städtischer Kleingarten erworben werden. Das trifft etwa auf Kleingartenanlagen zu, wo bereits mehr als 80 Prozent der Gärten veräußert wurden. Hier wird den Pächterinnen und Pächtern bis Ende 2021 eine Ankaufmöglichkeit eingeräumt. Das gilt auch für Personen, die noch vor dem Stichtag 31. Jänner Geld in Zusammenhang mit einem geplanten Ankauf investiert haben - etwa für Vermessungen. Alle vor dem 31. Jänner eingegangen Kaufansuchen werden außerdem noch nach der bisher geltenden Regelung bearbeitet, hieß es. (apa)