Ab Samstag wird es in Oberlaa im 10. Bezirk eine weitere Möglichkeit geben, sich auf das Coronavirus testen zu lassen. Wie die "Wiener Zeitung" erfahren hat, soll die siebente Wiener Teststraße in der Parkgarage der Therme Wien entstehen. Angeblich sollen die Pläne Ende dieser Woche präsentiert werden. Seitens der Stadt Wien wollte man das vorerst nicht bestätigen. Damit reagiert die Stadt auf die hohe Auslastung, die es bezüglich des Testangebots seit der Öffnung körpernaher Dienstleistungen in Wien gibt.

Neuer Haarschnitt, Pediküre, Massage: Dass viele Wiener möglichst schnell körpernahe Dienstleistungen nutzen und sich dafür "freitesten" lassen, liegt womöglich auch an der Angst vor einem weiteren Lockdown, was angesichts der in Tirol grassierenden südafrikanischen und ansteckenderen Variante des Coronavirus, der B.1.351-Mutation, nicht unrealistisch ist. Seit dem Wochenende ist der Andrang auf Gratistests jedenfalls groß, aber das Angebot ist es, nicht zuletzt mit Hinblick auf die neue Teststraße in Oberlaa, ebenfalls. Ein Überblick.

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Die Teststraßen

Im Schloss Schönbrunn, der sechsten und damit derzeit noch jüngsten Teststraße Wiens, gibt es seit Montag drei neue "Walk-ins". Wo in der Barockzeit opulente Bälle ausgerichtet wurden, werden nun rund 300 Jahre später Nasenabstriche durchgeführt. Im Eingangsbereich der Orangerie, wo die höfischen Gäste auf ihren Einlass warteten, steht heute eine Schlange von Menschen mit FFP2-Maske und debattiert, ob die deutsche oder die österreichische Regierung die Pandemie besser im Griff hat (die Antwort fällt angesichts des Problembären Tirol eindeutig aus). Drinnen herrscht, wie in allen Teststraßen, Arbeitsteilung wie am Fließband. Hobbyvirologen, die auf eine Erweiterung des Wissens hoffen, werden aber enttäuscht: "Ich sitze genau seit fünf Minuten hier und kann nur das. Aber das kann ich", sagt ein junger Mann in Schutzausrüstung, während er die Testflüssigkeit einträufelt.

Testung in barocker Atmosphäre: Die Orangerie im Schloss Schönbrunn wird bald nicht mehr die jüngste Teststraße Wiens sein. - © apa / Fohringer
Testung in barocker Atmosphäre: Die Orangerie im Schloss Schönbrunn wird bald nicht mehr die jüngste Teststraße Wiens sein. - © apa / Fohringer

Auf das Ergebnis wartet man hier auf gepolsterten Stühlen aus rotem Samt. Das Testergebnis wird 15 Minuten später neben einem Blumengesteck mit Straußenfedern ausgehändigt, was daran erinnert, dass die Orangerie zur Barockzeit nicht nur Veranstaltungssaal war, sondern auch der Überwinterung exotischer Pflanzen wie der Pomeranzen diente. Heute steht die Orangerie unter Denkmalschutz und ist eine Eventlocation. Für die Abwicklung der Teststraßen ist der Arbeiter-Samariterbund zuständig. In den Teststraßen arbeiten meist ehrenamtliche Samariterbund-Mitglieder, die auf Werkvertragsbasis bezahlt werden. Medizinisches Vorwissen ist für den Job nicht notwendig, die Schuldung übernimmt der Samariterbund. Auch in Hinblick auf künftige Impf-Straßen sucht man ständig neue Mitarbeiter.

Apotheken-Tests

Seit Montag wird auch in Apotheken getestet. Derzeit bieten 83 Wiener Apotheken Antigen-Schnelltests an. Der Andrang war auch hier zu Beginn der Woche sehr groß, die Apothekerkammer hat jedoch angekündigt, dass das Angebot laufend ausgebaut werden soll. Derzeit ist die unbedingt erforderliche Anmeldung nur telefonisch möglich, was in Anbetracht des Ansturms bedeutet hat, dass die Telefone in etlichen Apotheken heiß liefen und völlig überlastet waren. Anders in der Marienapotheke im 6. Bezirk, wo es bereits die Online-Anmeldung gibt, die innerhalb der kommenden zwei Wochen flächendeckend umgesetzt sein soll. "In der Marienapotheke ist auch ein Rachenabstrich möglich, was für mich viel angenehmer war, außerdem war ich innerhalb von 10 Minuten fertig", berichtet eine Anrainerin, die das neue Angebot bereits genutzt hat.

30 Schnupfenboxen

Die Schnupfenboxen sind zur Abklärung von Symptomen gedacht. Also etwa ob sie einen grippalen Infekt, eine Grippe haben oder womöglich das Coronavirus in sich tragen. Da die Boxen, in denen nach der Testung mittels Antigen-Test auch ein Arztgespräch angeboten wird, die Hausärzte entlasten sollen, sollte dieses Angebot nicht zum Freitesten verwendet werden. In ganz Wien gibt es 30 Schnupfenboxen in fast jedem Bezirk, die Termine werden drei Tage im Voraus vergeben. Neben der üblichen Ausrüstung (E-Card, FFP2-Maske) sollte man sich für den Besuch in der Schnupfenbox warm anziehen, da man auf das Ergebnis mindestens 15 Minuten lang in der Kälte im Freien wartet (anders als in allen Teststraßen, außer beim Ernst-Happel-Stadion, wo alles im Freien stattfindet). Auch einige Hausärzte bieten inzwischen Corona-Tests an. Wie viele und auch welche Art von Tests bei Hausärzten angeboten werden, kann man in der Ärztekammer auf Anfrage nicht beantworten, da keine Meldepflicht besteht. Bei symptomatischen Patienten werden die Corona-Tests von der Kasse bezahlt. Testungen ohne Symptome sind privat zu bezahlen.

"Alles Gurgelt"-Tests

Noch im Probebetrieb befindet sich der PCR-Gurgeltest, der derzeit in einigen Betrieben läuft. Firmen können sich bereits anmelden. Nutzer registrieren sich hier per App und Ausweis, den Test macht man vor laufender Handykamera, gibt die Probe in die Box und diese am Arbeitsplatz oder in einer Filiale des Logistikpartners Bipa ab. Das Ergebnis soll maximal 24 Stunden nach Einlangen im Labor vorliegen. Für die Testenden soll der Test gratis sein.

Tipp: Randzeiten nutzen

In Oberlaa im 10. Bezirk wird es wohl einen Drive-in geben. Derzeit ist man noch dazu angehalten, das Auto zu parken und die Walk-ins der Teststraßen in den Randzeiten zu nutzen (6 bis 8 Uhr bzw. 19 bis 21 Uhr).