Es ist stetiges Kommen und Gehen - ein sehr langsames Kommen und Gehen. Mittwoch ist Impftag in der Halle D der Messe Wien, wobei derzeit vor allem die sehr betagten Wienerinnen und Wiener drankommen sowie Menschen mit Behinderungen. Sie kommen fast alle in Begleitung, im Rollstuhl, mit Rollator, die meisten sind in häuslicher Pflege und daher nicht nur durch hohe Sterblichkeit vom Coronavirus bedroht, sondern auch von einem erhöhten Infektionsrisiko durch Pflegetätigkeiten.

Am Mittwoch haben die Impfungen der allgemeinen Wiener Bevölkerung über 80 Jahre begonnen. Menschen aus dieser Altersgruppe werden zwar schon länger geimpft, allerdings nur, wenn sie Vorerkrankungen haben oder Bewohner eines Alters- oder Pflegeheims sind. Nun aber ist die Impfung für alle Angehörigen dieser Altersgruppe in Wien offen. Die für diese Woche vom Bund zugesagte Impfstoffmenge ist seit Mittwoch, dem 17. Februar, verfügbar und wird auch sofort ab ebendiesem Tag verimpft. Einige tausend Personen werden absteigend nach Alter kontaktiert und schrittweise geimpft. Aber auch Hochrisikopatienten erleben diese Woche ihre Impfpremiere, ebenso wie Personen mit Behinderung und Mitarbeiter in hochexponierten Bereichen wie beispielsweise Covid-19-Laboren.

Impfstraße als Schnellstraße

In der Messe geht alles sehr schnell und noch schneller, wenn die Einwilligungserklärung bereits daheim ausgedruckt und ausgefüllt wurde. Ein bisschen Wartezeit war am Mittwochvormittag für jene einzukalkulieren, die ihre erste Teilimpfung erhielten, doch auch für sie handelte sich nur um wenige Minuten. Für jene, die dem 100. Lebensjahr schon nahe sind und bereits die erste Spritze erhalten haben, war die Impfstraße eine Schnellstraße. Die ärztliche Aufklärung beschränkt sich auf ein kurzes Gespräch über Reaktionen und Nebenwirkungen der ersten Impfung, die Impfung selbst ist eine Angelegenheit von wenigen Sekunden. Rund eine Viertelstunde muss danach noch gewartet werden - aus Sicherheitsgründen, der Samariterbund wacht über die Impflinger.


Ihr Browser kann derzeit leider keine SVG-Grafiken darstellen!

Die Stadt Wien wird diese Woche die Grenze von insgesamt 100.000 verabreichten Covid-19-Schutzimpfungen überschreiten. Noch im Februar sollen die Wiener Pflegewohnhäuser mit allen ersten Teilimpfungen fertig sein. Bis Ende März werden die Pflegewohnhäuser mit allen beiden Teilimpfungen fertig sein. Von insgesamt 105 Pflegewohnhäusern wurde bereits in 98 die erste Teilimpfung verabreicht - in 81 Pflegewohnhäusern bereits beide Teilimpfungen.

In den kommenden beiden Kalenderwochen werden in etwa 36.200 Erst- und 2.800 Zweitimpfungen durchgeführt werden. Damit liegt Wien gut im Impfplan. Dass es schneller als geplant gehen könnte, zeichnet sich indes nicht ab. Es sieht derzeit nämlich nicht danach aus, als könnte eine Steigerung bei den Impfdosen von BioNTech/Pfizer und Moderna erzielt werden, weshalb bei Personen über 65 Jahren weiter nach Plan geimpft wird.(ros)