Wien. (temp) Sie kommen aus Sibirien und Indien, Amerika und Brasilien. Aus mehr als 20 Ländern treffen von Mittwoch bis Samstag rund 650 Menschen und deren Begleiter zu einer außergewöhnlichen Veranstaltung zusammen: zum fünften Europäischen Kongress für Menschen mit Behinderung ins Kongresszentrum der Messe Wien, bei dem nicht über die Betroffenen geredet wird, sondern sie selbst die Teilnehmer sind.

Warum der Kongress nach Den Haag, Prag, Basel und Berlin nun in Wien stattfindet, hat folgenden Grund: Vor 150 Jahren nahm hier die Heilpädagogik ihren Ausgang. Ebenfalls vor 150 Jahren wurde der Philosoph Rudolf Steiner geboren, der die Pädagogik, Medizin und Kunst beeinflusste und die Waldorfschulen begründete.

Ihm ist der Kongress gewidmet, bei dem behinderte Menschen unter anderem zu einem Walzertanzkurs für Rollstuhlfahrer einladen. Schauspieler mit Handicap aus Sibirien führen Donnerstagabend ein russisches Theaterstück auf. Und gemäß dem Motto "In der Begegnung leben - Spurensuche" brechen Teilnehmer zu Exkursionen zu Sehenswürdigkeiten berühmter Persönlichkeiten der Stadt auf.