Wien. "Sechs von zehn Autofahrern sehen Verbesserungen seit der Einführung des Parkpickerls", zitierte die Stadt Wien aus einer eigens in Auftrag gegebenen Studie am Donnerstag.

"72 Prozent der betroffenen Wiener und 89 Prozent der betroffenen Pendler lehnen Parkpickerl-Ausweitung ab", zitierte der ÖAMTC aus einer eigens in Auftrag gegebenen Studie am Freitag.

Damit wurde in beiden Fällen je nach Interessenslage der eigene Standpunkt untermauert und bestätigt - unterstützt durch Steuergelder. Allerdings ist die Bevölkerung ob der wissenschaftlichen Wahrheitsfindungen nun wieder so gescheit wie vorher. Während man sich also hier im infantilen Wer-hat-recht-Spiel verliert, dürfte sich in der Zwischenzeit die Wiener ÖVP in der Pickerlfrage zu bewegen beginnen. Nach Währing dürfte nämlich nun auch das benachbarte Döbling von der bisherigen strikten Ablehnung der Gebührenpflicht abrücken: Adi Tiller, ÖVP-Bezirksvorsteher im 19. Bezirk, sagte am Freitag, dass er sich einer guten "gemeinsamen West-Lösung" - also von Meidling bis Döbling - nicht verschließen werde, sollte diese zustande kommen.

Der nächste diesbezügliche Gesprächstermin mit Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou findet Mitte Dezember statt.