Zweimal acht Halterungen für unterschiedliche Modelle fixieren die Fahrzeuge. - © Rollerstop
Zweimal acht Halterungen für unterschiedliche Modelle fixieren die Fahrzeuge. - © Rollerstop

Wien. Ihr Engagement für Roller begann mit einem Hausverbot. Als ihre Kinder in die Volksschule kamen, waren die herumliegenden beliebten Scooter ein alltägliches Bild. Kinder, Eltern und Lehrer stolperten so lange über die gelegentlich zusammengeklappten Metallgestänge am Gang, bis die Direktorin ein Machtwort sprach: "Rollerverbot!"

Für Katharina Scichilone, Unternehmensgründerin von "Rollerstop", war die Reaktion der Direktorin damals die einzig Richtige. Doch konnte sie es nicht dabei belassen. "Jetzt bewegen sich die Kinder endlich wieder, und dann sollen sie nicht mehr fahren dürfen", sagte sie. Sie recherchierte im Netz und begann, selbst zu basteln und zu entwickeln.

Der erste Prototyp entstand mit einem kleinen Schlosser in Wien, wie sie erzählt. Das Ergebnis: ein Ständer für Scooter in unterschiedlichen Größen zum Abstellen und Absperren. Mit der Wiederentdeckung des Rollers und dem Boom Ende der 1990er Jahre hat die Wienerin mit ihrer Erfindung den Zeitgeist getroffen.

Scooter mit Schattenseiten


Die starke Bewerbung des Radfahrens trifft laut Scichilone auf die Unmöglichkeit, Kinder allein mit dem Fahrrad in der Stadt wegzuschicken. "Der Roller ist im Gegensatz zum Fahrrad für den Gehsteig gemacht." Das berühmte nachgezerrte Kind sei damit auch Geschichte. "Wenn das Kind mit dem Roller fährt, stimmt die Geschwindigkeit wieder." Allerdings hat das Roller-Fahren auch seine Schattenseiten. Das weiß auch die Unternehmerin. Viele Billig-Anbieter würden Scooter verkaufen, die nicht den Sicherheitskriterien entsprechen. "Dann kann es gefährlich werden", sagt Scichilone. Weiters kritisiert sie, dass die Altersgrenze, ab der Kinder alleine fahren dürfen, mit 12 Jahren dem Fahrrad gleichgestellt wurde. "Der Roller befindet sich aber außerhalb der Fahrbahn."

Mittlerweile verkauft die Ein-Personen-Unternehmerin, die bewusst in Österreich produzieren lässt, auch nach Deutschland und in die Schweiz. Bei der Gründung ihrer Firma im Jahr 2007 gab es weltweit nichts Vergleichbares. Rund 30 Rollerstops stehen derzeit in Wien, etwa vor dem Amtshaus Hietzing oder vor Schulen. Von der Mariahilfer Straße als Fußgängerzone träumt die Unternehmerin bereits. Ihr größter Wunsch: "Rollerständer sollen selbstverständlich werden."

Wissen
Die Mingo-Awards werden am 23. April von der Wirtschaftsagentur Wien vergeben. "Rollerstop" ist für die Kategorie "Produkt- und Leistungsangebot" nominiert.