Eine Schiffahrt, die ist lustig: Die DDSG Blue Danube betreibt mittlerweile schon vier Schiffe. - © DDSG
Eine Schiffahrt, die ist lustig: Die DDSG Blue Danube betreibt mittlerweile schon vier Schiffe. - © DDSG

Wien. Langsam gleitet das Schiff dahin. Die Landschaft des Wienerwalds zieht gemütlich an den Passagieren vorbei. Das Ausflugsschiff MS Kaiserin Elisabeth hat von der Anlegestelle in Nussdorf abgelegt und steuert nun Tulln an. Gemächlich steigt das Schiff in der Schleuse Greifenstein auf das höhere Donauniveau. Vom Wasser aus hat man einen anderen Blick auf die Umgebung, gleichzeitig entschleunigt man, das servierte Essen wird zum Zentrum der Aufmerksamkeit. Schauplatzwechsel: Laute Musik dröhnt aus den Boxen. Es ist Happy-Hour an der Strandbar neben der Urania. Der Cocktail ist kühl in der Hand und der Sand reibt sich zwischen den Zehen.

Ob Donaukanal, Donauinsel, Alte oder Neue Donau - die Donau möchte für Wien das sein, was ein Fluss, See oder Meereshafen für andere Städte ist. Wasser löse Emotion aus, sagt Stadtpsychologin Cornelia Ehmayer. Das Gefühl von Urlaub kommt hoch. Spätestens seit 2005, als Rudi Konar die "Strandbar Herrmann" nach dem Vorbild Berlins eröffnete, kann man das auch in Wien erleben. Der Weg der Stadt dorthin war und ist aber laut Forscher Herbert Bartik vom Europaforum Wien kein leichter. Denn Wien habe seinem Gewässer lange den Rücken zugekehrt.

Wien ist heute einerseits Verkehrsweg und andererseits Erholungsraum. Bei Schifffahrten auf der Donau wird beides miteinander verbunden. Gourmetfahrten von der Donau Touristik oder Tagesfahrten nach Bratislava mit Ausflugsmöglichkeit zum Schloss Hof werden stark genutzt. 48.200 Menschen haben sich im vergangenen Jahr von Wien aus auf diese Weise transportieren lassen. Manfred Traunmüller von der Donau Touristik ist mit der Auslastung zufrieden. Immerhin geht es seit 2006 - damals waren es 35.000 Passagiere - stetig bergauf. Traunmüller sieht einen Trend darin, eine Schifffahrt mit gutem Essen zu verbinden.

Zwischen 260.000 und 290.000 Personen sind jährlich auf den Linienfahrten der DDSG Blue Danube in Wien unterwegs. "Vor allem an Sonntagen", so Geschäftsführer Wolfgang Hanreich. In Wien betreibt die DDSG Blue Danube vier Schiffe, darunter die neue MS Wien, die am Schwedenplatz anlegt. Mit dem Flaggschiff Admiral Tegetthoff werden Themen- und Charterfahrten angeboten. "Der Nächtigungszuwachs, den Wien verzeichnen kann, spiegelt sich auch auf den Schiffen wider", erklärt Hanreich die gestiegene Nachfrage nach den Linienfahrten. Allerdings sei die Schifffahrt sehr stark vom Wetter und vom Wasserstand abhängig: "2011 und 2012 waren gute Jahre mit langen konstant schönen Wetterperioden und es gab auch kein Hochwasser auf der Donau, davon profitieren wir sehr."