Wien. Seit Rainhard Fendrich im Jahr 1981 mit "Strada del Sole" der Durchbruch gelungen ist, ist er aus Österreichs Musikszene nicht mehr wegzudenken. Zum 30. Jubiläum des Donauinselfestes wird der Sänger am heutigen Samstagabend auf Hauptbühne sein Können zum Besten geben. "Das Donauinselfest ist immer etwas Besonderes. Bei diesem Jubiläum auftreten zu dürfen, ist eine große Ehre für mich", sagte Fendrich wenige Stunden vor seinem Konzert im Interview mit der APA.

"Beim Donauinselfest gibt es eine unglaubliche Menschenansammlung. Zu Austria-3-Zeiten haben wir oft vor einer halben Million Menschen gespielt. Das ist schon sehr Ehrfurcht einflößend. Man geht mit großem Respekt auf die Bühne", weiß Fendrich, der 1989 zum ersten Mal auf der Insel aufgetreten ist. An den Auftritt selbst kann er sich aber nicht mehr erinnern, denn man sei in einem "Trance-Zustand", wenn man die Bühne betrete. Heute geht Fendrich im Vergleich zu damals aber mit seinen Ressourcen "vorsichtiger" um. Darum spiele er nun auch die besseren Konzerte, ist er überzeugt.

Fotostrecke 1 Bilder

"Das Donauinselfest ist das größte Festival Europas und die Wiener lieben es. Ich finde es toll, dass es jährlich stattfindet." Die schönsten Abende wären jene mit Austria 3 gewesen, erinnerte sich Fendrich. "Der traurigste Abend war, als ich (2007, Anm.) statt Georg Danzer aufgetreten bin, der zwei Tage zuvor verstorben ist. Aber heute wird es, glaube ich, ein schöner Event", so der Musiker. Jeder Auftritt sei aber noch immer wie das erste Mal. Er könne nicht sagen, dass man die Routine habe, vor so vielen Menschen zu spielen. "Ich bin vor allem dankbar, dass es nach drei Jahrzehnten noch immer Leute gibt, die zu meinen Konzerten kommen", sagte Fendrich.

Dass es noch viele Menschen gibt, die seine Musik gerne hören, zeigt auch der Erfolg seines aktuellen Albums "Besser wird’s nicht". Mit dem Titel seien aber nicht seine eigene Person oder seine Lieder gemeint, sondern "ein Reflektieren der allgemeinen Umstände des Lebens". In den Songs spricht er aktuelle Probleme wie Fremdenhass, die Schere zwischen Arm und Reich sowie Gewalt gegen Frauen gewohnt ironisch und satirisch an. "Die Kunst ist ein Spiegel des Lebens. Und mir als Liedermacher oder Singer/Songwriter fallen eben Dinge auf, über die ich dann singen muss", erklärte Fendrich die Entstehung seines Albums und ergänzte: "Mit 58 schreibt man natürlich andere Lieder als mit 26."

Im Song "Zwa Schlapf'n und a Sonnenbrühn" aus dem aktuellen Album beschreibt Fendrich die Tatsache, dass jeder Mann einmal an den Punkt kommt, an dem er einfach "aussteigen" will. Er selbst sage nach jeder Tournee: "Das mache ich nie wieder. Ich werde alles, was ich habe, verkaufen. Das dauert genau drei Wochen, in denen ich irgendwo bin und am Strand liege. Aber dann zieht es mich wieder zurück. Wenn das einmal nicht mehr passiert, bin ich ausgestiegen."

Vor kurzem gab Rainhard Fendrich die Trennung von seiner Partnerin bekannt. "Ich will eigentlich nicht über mein Privatleben reden müssen, doch diesmal musste ich, weil sehr viele Falschmeldungen im Umlauf waren - wie: Wir hätten keinen Kontakt mehr. Das stimmt ganz einfach nicht", versicherte der 58-Jährige und ergänzte: "Es ist immer traurig, wenn eine Beziehung auseinandergeht, aber es muss nicht immer in Hass umschlagen. Man kann wirklich befreundet sein und das ist uns, glaube ich, gelungen oder zumindest sind wir am besten Weg dorthin." Das Scheitern dieser Liebe habe er auch in einem aktuellen Song verarbeitet.

Für den heutigen Gig sowie auch die kommende Tournee erwarte die Fans alles, was sie hören wollten und "alles, was sie hören sollen". Fendrich wird seine alten Hits zum Besten geben und auch neue Stücke aus dem aktuellen Album "Besser wird’s nicht" spielen.