Die Anzahl der Gütertransporte auf der Donau nimmt zwar zu, ist aber trotzdem noch nicht berauschend hoch. - © via donau
Die Anzahl der Gütertransporte auf der Donau nimmt zwar zu, ist aber trotzdem noch nicht berauschend hoch. - © via donau

Wien. Seit Donnerstag ist wieder etwas mehr Bewegung auf der Donau in Wien. Da wurde um 7 Uhr eine der beiden Schleusen des Kraftwerks Altenwörth freigegeben und die Donau wieder durchgängig schiffbar. Das Hochwasser hatte das Kraftwerk unterspült, dabei wurden rund 100.000 Kubikmeter Kies mitgeschwemmt. Das hinterließ ein 16 Meter tiefes Loch. Die Vollsperrung war ursprünglich bis Samstag, 29. Juni, geplant gewesen, bereits am Donnerstag um 7 Uhr konnte zumindest eine Schleuse freigegeben werden.

202 Prozent mehr Verkehrsaufkommen


Wie lange es dauert, bis auch die zweite Schleuse wieder in Betrieb gehen werde, konnte man bei der Wasserstraßenbehörde via donau am Dienstag noch nicht sagen. Immerhin steht die Donau nun zumindest wieder für den Güter- und Personentransport zur Verfügung. Und das ist gut so, hat es doch die Binnenschifffahrt in der Konkurrenz zu Straße und Schiene nicht gerade leicht.

Im Donaukorridor zwischen Passau und Hainburg (beziehungsweise den jeweiligen Grenzübergängen von Straße und Schiene zu Deutschland, der Slowakei und Ungarn) ist das Verkehrsaufkommen seit Mitte der 1990er-Jahre um 202 Prozent gestiegen. Dabei dominiert im Modal Split (Aufteilung des Verkehrsaufkommens auf verschiedene Transportmittel, Anmerkung) noch immer die Straße vor Schiene und Schiff. 58 Prozent des Verkehrsaufkommens rollten 2012 über die Straße, 30 Prozent über die Schiene, nur 12 Prozent wurden über die Donau abgewickelt.

Dabei gab es für die Donau große Pläne. Unter der schwarz-blauen Bundesregierung wollte der damalige Staatssekretär Helmut Kukacka (ÖVP) die Transportleistung auf der Donau bis zum Jahr 2015 von rund 10 auf 40 Millionen Tonnen steigern. 2012 wurden aber gerade einmal 10,7 Millionen Tonnen auf der Donau transportiert, wie die zuständige Bundesorganisation via donau am Dienstag mitteilte. Immerhin um 7,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Das stärkste Plus war im Transit zu verzeichnen, was als ein Zeichen für den Aufschwung der Wirtschaftsentwicklung im Donauraum gewertet wird. Neue Transporteure und Investitionen sind zudem Ausdruck für die Gewinnerwartungen der Akteure bei Donautransporten, heißt es von der via donau.

Häfen als multimodale Logistikzentren


Dennoch sieht die Transportwirtschaft ein "hohes Verbesserungspotenzial", wie Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), am Dienstag betonte. "Angesichts der prognostizierten Zunahme des Güterverkehrs um 80 Prozent bis 2050 in der gesamten EU sind 85 Prozent freie Kapazität des Verkehrsweges Donau ein Potenzial, das nicht ungenützt bleiben darf", mahnte er ein. Das wesentlichste Ziel des Nationalen Aktionsplans Donauschifffahrt sei die Erhöhung des Transportvolumens bis zum Jahr 2015 auf bis 30 Millionen Tonnen, davon sei man noch weit entfernt.