Sicher spaziert Jana über die Hängebrücke - der Fallschutz ist ausreichend tief, stellen die Kontrolleure Jambrits (links) und Tatzel fest und tragen das Ergebnis in die elektronische Dokumentation ein. - © Urban
Sicher spaziert Jana über die Hängebrücke - der Fallschutz ist ausreichend tief, stellen die Kontrolleure Jambrits (links) und Tatzel fest und tragen das Ergebnis in die elektronische Dokumentation ein. - © Urban

Wien. David klettert flink das Netz hinauf. Oben am Podest der "Piratenschaukel" angekommen, überblickt er triumphierend den Spielplatz im Kurpark Oberlaa. Im nächsten Augenblick macht er einen unvorsichtigen Schritt nach vorne und sein linker Fuß rutscht durch das Netz. Schnell zieht er ihn wieder nach oben. Bis auf den Schreck ist nichts passiert. Die Löcher im Netz sind so dimensioniert, dass kein Kind mit dem ganzen Körper durchrutschen kann.

Die Eltern und Großeltern, die an diesem Vormittag am Spielplatz sind, haben Vertrauen in die Sicherheit der Geräte. Hanni B. ist mit ihren beiden etwas größeren Enkelsöhnen gekommen. Auch wenn die beiden Buben schon etwas älter sind, müsse man immer ein Auge auf die Kinder haben, sagt sie. Und Petra V. ist nach vier Kindern schon etwas abgeklärt: "Passieren kann immer etwas", sagt sie. "Wir waren auch Kinder und sind auf Bäume geklettert, da haben unsere Mütter sicher auch oft einen Herzinfarkt bekommen." Auch eine Kindergruppe ist auf dem Spielplatz. Die Betreuerin hat die fünf Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahren genau im Blick: "Die Kinder wissen, dass sie nur das tun sollen, was sie sich auch trauen. Manche trauen sich nicht so, probieren aus, wie weit sie kommen und drehen dann wieder um."

Dass es ebenso auf den Benutzer ankommt, wenn es um die Sicherheit geht, weiß auch Johann Jambrits. Er ist wie sein Kollege Friedrich Tatzel seit acht Jahren als Kontrolleur auf Spielplätzen des Wiener Stadtgartenamts (MA 42) unterwegs. Tatzel überprüft als Hauptkontrolleur einmal im Jahr die Spielplätze in 13 Bezirken. Jambrits führt alle drei Monate abwechselnde Kontrollen auf den Spielplätzen in den Bezirken 12, 13, 23 und mitunter auch im 10. und im 11. Bezirk durch. Tatzel führt in seinem Werkstättenwagen Metall-Module mit, die den Körper beziehungsweise den Kopf eines kleinen und eines größeren Kindes darstellen. Mit diesen wird die Größe der Netzlöcher gemessen, um sicher zu gehen, dass kein Kind durchrutschen kann. Mit Metallstäben in der Form von Schraubenziehern wird überprüft, ob es in Spalten zu Quetschungen kommen kann. Und mit einem Pfropfen an einer Kette wird an Rutschen kontrolliert, dass sich auch keine Kordeln verfangen können. Während Tatzel dafür sorgt, dass nichts passieren kann, hat Jambrits schon erlebt, dass die Feuerwehr einmal eine Jugendliche aus einer Kleinkinderschaukel befreien musste, in die diese sich hineingezwängt hatte.