Wien. Sie sind nur wenige Zentimeter groß und durchsichtig. Und verunsichern Badende, die von ihnen an Armen oder Beinen gestreift werden. Die Süßwasserquallen, die auch in der Alten Donau vorkommen, haben sich durch die hohen Temperaturen fleißig vermehrt - und dies macht manchen Badenden sogar Angst. Im Haus des Meeres klingelt deshalb ständig das Telefon, verriet Direktor Michael Mitic. Er beruhigt: Die Quallen sind völlig harmlos.

Auch Meeresquallen sind großteils ungiftig, dennoch sollte man vorsichtig sein, empfiehlt der Experte, der häufig Anrufe aus Spanien oder Griechenland bekommt: "Ich sitz da am Meer und beschreib Ihnen mal die Qualle." "Oder die Urlauber melden sich erst zu Hause, dass sie eine Entzündung haben. Dann kann ich sie auch nur mehr zum Arzt schicken", meinte Mitic.

Essig statt Dusche bei Salzwasser-Quallen

Einen wichtigen Rat sollte man nach einer Begegnung mit einer Salzwasser-Qualle auf jeden Fall beherzigen: Nicht dem instinktiven Drang nachgeben, unter die Süßwasserdusche zu laufen. "Denn dann explodieren durch die Osmose die Nesselzellen und alles wird nur noch schlimmer", betonte der Fachmann. Mit Essig kann man hingegen in 80 bis 90 Prozent der Fälle nichts falsch machen. Andere Hausmittel wären ein Backpulverbrei oder Rasierschaum, aber da müsse man schon wissen, mit welcher Qualle man Kontakt hatte.

Zudem reagieren Menschen sehr unterschiedlich: Während manche nur ein leichtes Brennen spüren, leiden andere unter höllischen Schmerzen.

Wasserqualität leidet nicht durch Hitze

Die extremen Temperaturen haben viele Menschen in die Alte Donau und andere Badeseen getrieben. Viele Menschen bedeuten auch mehr Kolibakterien - sinkt dadurch auch die Wasserqualität? "Nein", beruhigte der Biologe Heinz Jaksch, "Alle Prozesse laufen bei höheren Temperaturen schneller ab - auch der Bakterienabbau."

Im warmen Wasser vermehren sich auch Algen schneller. "Wenn der See sonst in Ordnung ist, sollte das kein allzu großes Problem sein", versicherte Jaksch. In flachen Seen, in denen sich am Boden eine Schlammschicht gebildet hat, kann diese bei großer Hitze "gasen". Kein Grund zur Beunruhigung, denn dadurch gelangen nur zusätzliche Nährstoffe ins Wasser.