Wie schwer war es, eine Arbeit und eine Wohnung in Wien zu finden?

Sehr schwer. Das mit der Wohnung hat wahrscheinlich auch daran gelegen, dass ich sehr wählerisch war. Für den Job habe ich ein Jahr gebraucht. Es ist vor allem schwer, einen englischsprachigen Job zu bekommen, denn mein Deutsch ist nicht so gut. Ich habe mich am Anfang mit Babysitting über Wasser gehalten und war froh, dass es hier so eine große Nachfrage nach englischsprachigen Babysittern gibt.

Was haben Sie studiert?

Kommunikationswissenschaft und ich habe eine Ausbildung als Lehrerin für Englisch als Fremdsprache. Ich hatte das Problem, dass ich erst im November die Arbeitsbewilligung erhalten habe und da das Schuljahr bereits begonnen hat. Ich musste also bis Mai warten. Aber auch dann war es nicht einfach. Ich war kurz davor aufzugeben, als mir ein Freund, den ich über das Empfehlungsportal yelp kennengelernt habe, mir geholfen hat. Eine Freundin von ihm hat mich vermittelt, die jetzt meine Arbeitskollegin ist.

Wo arbeiten Sie ?

Ich arbeite als Englisch-Assistentin in einer Montessori-Schule.

Wie läuft es eigentlich in der Gemeinschaft der Auslandsamerikaner. Gibt es da einen besonderen Zusammenhalt, Treffen, Vereine?

Ich weiß, dass es ein Expat-Zentrum gibt, aber da war ich nie. Ich bin aber Mitbegründerin eines weiteren Blogs: Women Of Vienna. Dabei handelt es sich um einen Frauen-Blog, der sich an die englischsprachige Gemeinschaft in Wien richtet.

Was mögen Sie an Wien besonders?

Man kümmert sich hier mehr um die Menschen. Fünf Wochen Urlaub - das ist großartig. Dann: zwei Jahre Kinderkarenz - in den USA bekommst du drei Monate. Ich bin so glücklich, hier sein zu können. Ich genieße es, in ein Café zu gehen und dort stundenlang zu sitzen, mit meinem Laptop. Das ist so angenehm im Vergleich zum amerikanischen System, wo es heißt: Iss und geh. Kaum hat man aufgegessen, wird man schon gefragt, ob man die Rechnung haben möchte, man wird geradezu rausgeworfen. Hier ist alles viel entspannter.

Was vermissen Sie am meisten?

Gewisse Produkte wie Kuchenmixturen - verrühren, backen, fertig. Auch die scharfen Soßen, sind hier nicht so gut. Und die Einkaufszeiten. In Amerika kann ich am Sonntag um 3 Uhr ein Packerl Zucker kaufen. Supermärkte wie Walmart haben rund um die Uhr offen. Dass in Wien am Sonntag alle Geschäfte zu haben, daran habe ich mich noch immer nicht gewöhnt.


Links
www.americaninvienna.com

www.womenofvienna.org
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