Das Foto ist Teil der Ausstellung von Asma Aiad.
Das Foto ist Teil der Ausstellung von Asma Aiad.

Wien. "Frauen in der Technik sind Exotinnen", sagt Asma Aiad. Ausgestattet mit Kamera und Roller rast die 27-jährige Fotografin von einem Termin zum nächsten. Heute bereits das zweite Interview, das sie absolviert. Alles Vorbereitungen für ihre Fotoausstellung "Frau.Muslimin.Technik", die am Dienstag anlässlich des Weltfrauentags im Freihaus der TU Wien eröffnet wurde. Wie es der Name bereits verrät, geht es um Musliminnen in technischen Berufen, eine, in Aiads Worten, "marginalisierte Gruppe".

Ziel der Veranstaltung ist jedoch nicht die Reduzierung von Frauen auf ihre Religion oder Herkunft. "Ich wollte Frauen in technischen Berufen zeigen, die es immer noch etwas schwer haben, sei es aufgrund ihres Erscheinungsbildes oder ihres Geschlechtes. Ihre unterschiedlichen Erfahrungen wollte ich durch meine Bilder festhalten und ihnen Stimmen verleihen", erzählt die Fotografin. Derzeit studiert Aiad am Institut für Gender Studies, wo sie sich mit den Themen Frauen, Musliminnen in Österreich sowie Feminismus beschäftig.

"Frauen mit Kopftuch sind selten in technischen Berufen"


"Frauen, die Kopftuch tragen oder ausländische Namen haben, sind fast eine Seltenheit in technischen Berufen. Mit meinen Bildern wollte ich Frauen sichtbar machen, die sich in einer Männerdomäne starkmachen", erklärt Aiad. Die Vorbereitungsphase für die Fotoausstellung sei sehr intensiv gewesen. "Die Frauen, die ich porträtiert habe, habe ich über Facebook, Freunde und durch die ÖH erreicht. Die Anzahl ist überschaubar, aber dennoch beachtlich", sagt Aiad.

Während ihrer Recherche ist Aiad Frauen begegnet, deren Studienrichtungen sich teilweise wie die Titel von Science-Fiction-Büchern anhören. Von Robotik bis zu Elektrotechnik, quer durch die Bank. "Für das Projekt habe ich eine Frau getroffen, die bei Microsoft arbeitet und Kopftuch trägt. Dass da Musliminnen sitzen, denkt man gar nicht", erzählt Asma Aiad.

Sie hat insgesamt zehn Musliminnen porträtiert, die Klischees brechen sollen. Denn technische Studien seien immer noch überwiegend eine Männerdomäne. Das belegen zumindest die Zahlen. Seit 1919 erst können Frauen an der TU studieren. Ihre Zahl steigert sich langsam aber kontinuierlich. Heute liegt der Frauenanteil an der Technischen Universität Wien bei 28 Prozent. 1988 waren es "nur" 16 Prozent.