Wien. Im Jahr 2007 hat sich Monika Haider mit ihrer Firma Equalizent überlegt, ihr Anliegen zum Ball-Thema zu machen. Die Wienerin setzt sich seit langem für Menschen mit Behinderung ein, insbesondere für Gehörlose. "Niemand konnte damals etwas mit der Gebärdensprache anfangen", sagt Haider zur "Wiener Zeitung", "alles war sehr leise und gar nicht wahrnehmbar. Mit dem Ball wollten wir laut auf dieses Thema aufmerksam machen", sagt sie.

Begonnen hat der sogenannte Diversity Ball "als feiner Ball, als Glücksgefühl mit 500 Menschen", so die Ballmutter, heute wird er als kleiner Bruder oder kleine Schwester des Life Balls genannt mit 2000 Gästen. Er hat sich etabliert. Und weil heuer der Life Ball ausnahmsweise nicht stattfindet, hat Haider nun in diesem Jahr alle schrägen Vögel auf ihrer Seite. "Wir sind sehr stolz, mit dem Life Ball verglichen zu werden, aber wir sehen uns anders", sagt sie, "die bunten Vögel sind herzlich willkommen, sie sind aber nur ein Teil unserer Vielfalt."

"Der Umgang mit Vielfalt
fällt uns nicht leicht"


Willkommen ist jeder, ohne Frage nach dem Geschlecht, Alter, sexueller Orientierung, Behinderung, Herkunft oder Religion. Das ist das Credo des Balles: Barrierefreiheit. "Der Umgang mit Vielfalt fällt uns Menschen nicht leicht", so Haider. Der Ansatz des Balles ist es daher, miteinander in Kontakt zu kommen. Die Welt könnte bunter, schöner und vielfältiger sein, ist Haider überzeugt.

Ob Rollstuhlfahrer, gehörlos oder blind: Der Ball ermöglicht auch Menschen mit Behinderung einen optimalen Zugang. Neben der barrierefreien Zugänglichkeit und einem durchgängigen Gebärdensprachdolmetsch gibt es die Möglichkeit, sich eine Induktionsschleife zur Übertragung der Audiosignale für Hörgeräte einbauen zu lassen. Communication Angels schwirren im Kursalon herum. Sie sollen die Kommunikation zwischen Hörenden und Gehörlosen unterstützen. Die Mitternachtsquadrille wird laut Haider so laut gespielt, dass Gehörlose die Schwingungen spüren.

Den blinden Gästen stehen alle Infos in Brailleschrift zur Verfügung - auch die Speisekarte. Außerdem können sie auf die sogenannten Guiding Angels zurückgreifen, die anwesend sein und sie führen werden. Ein 3D-Modell vom Kursalon soll bei der Orientierung helfen. Und es gibt nicht nur ein Abholservice für die blinden Gäste, sondern auch eine Begehung im Vorfeld.