Wien. (maz) Was wäre die Wachau ohne die Donau? Und was wäre die Donau ohne die Donaudampfschifffahrtsgesellschaft? Oder genauer gesagt: ohne die DDSG Blue Danube, eine der insgesamt drei Nachfolgegesellschaften der früheren DDSG (siehe Infokasten)?

Diese rhetorische Frage liegt dem Flottenkonzept der 1996 gegründeten DDSG Blue Danube zugrunde, die sich nun zum 20-jährigen Jubiläum selbst ein neues Schiff geschenkt hat. Oder besser gesagt: Sie hat eines ihrer Schiffe runderneuert. Denn der am Donnerstag in der Wiener Donaumarina präsentierten "MS Dürnstein" (63,4 Meter Länge, 9,9 Meter Breite, bis zu 600 Passagiere) wurde über die Wintermonate innen und außen ein völlig neues Design verpasst. Ursprünglich hieß sie "MS Prinz Eugen" und wurde 1987 gemeinsam mit ihrem baugleichen Schwesterschiff "MS Admiral Tegetthoff" in der Linzer Schiffswerft fertiggestellt. Die "Tegetthoff" wurde bereits 2012 komplett umgebaut.

Der Name der "MS Dürnstein" ist sozusagen Programm: Denn das Ausflugsschiff legt künftig - als Ergänzung zur "MS Wachau"- von Mai bis Oktober täglich um 10.15 Uhr von Krems nach Melk und um 13.50 Uhr wieder zurück ab. Am Spätnachmittag gibt es zusätzlich die "Kleine Wachauschifffahrt" nach Spitz und zurück. Im Winter wird die "MS Dürnstein", die nun laut Eigner Wachau-mäßig gebrandet ist, als Eventschiff in Wien eingesetzt.

Dort liegt auch der zweite große Schwerpunkt der DDSG Blue Danube, die in der Hauptstadt vier ihrer sechs Schiffe vor Anker hat und bis zu 15 Varianten anbieten, wie man Wien vom Wasser aus entdecken kann: vom 75-minütigen City-Cruise mit Tea Time bis zum Galadinner inklusive Zaubershow. Und ab heuer gibt es auch einen täglichen DDSG-Linienbetrieb. Wobei die Dampfschifffahrt mittlerweile nur noch im Namen steckt: Die DDSG-Schiffe fahren nämlich alle mit Diesel. Nostalgie hin oder her.

Die heutige DDSG Blue Danube hat ihre Wurzeln in der 1829 gegründeten Ersten Donaudampfschifffahrtsgesellschaft, die 1846 in die Erste Kaiserlich Königlich Privilegierte Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft - kurz DDSG - umbenannt wurde und viele Jahrzehnte lang die größte Binnenschifffahrtsreederei der Welt war. Nach den Weltkriegen geriet sie jedoch ins Trudeln. Zwar konnte sich die Frachtschifffahrt stabilisieren, doch die Personenschifffahrt umfasste 1963 nur noch sieben alte, fast schon verrostete Schiffe. 1967 lief zwar das moderne Personenschiff "Theodor Körner" vom Stapel, und 1986/87 folgten drei weitere große Personenschiffe, doch es war ein letztes Aufbäumen: 1995 wurden alle DDSG-Fahrgastschiffe verkauft. Die fünf jüngsten ("MS Admiral Tegetthoff", "MS Prinz Eugen", "MS Wachau", "MS Vindobona" und "MS Vienna") erwarb die Wien Holding über den Hafen Wien zusammen mit der Österreichischen Verkehrsbüro Group und gründete 1996 die DDSG Blue Danube.

www.ddsg-blue-danube.at

DDSG Blue Danube