Die Wildecker Herzbuben singen für die Defi-Kampagne. - © Auer
Die Wildecker Herzbuben singen für die Defi-Kampagne. - © Auer

Wien. "Herzilein, du musst nicht traurig sein." Das sang das hessische Volksmusik-Duo "Wildecker Herzbuben" einst, um Großmütter-Herzen zum Schmelzen zu bringen. Ab 13. Juni heißt es stattdessen "Schock fürs Herzilein". Mit umgeschriebenen Text soll der Song auf das richtige Handeln im Falle eines Herzstillstandes aufmerksam machen. Gemeinsam mit dem Verein zur Bekämpfung des plötzlichen Herztodes "Puls", dem Werbeunternehmen Gewista und mit Hilfe der zwei Volksmusiker startet die Stadt eine Kampagne für eine "herzsichere Stadt".

Österreichweit sterben jährlich 12.000 Menschen an den Folgen eines Herzstillstands, allein in Wien sind es 3500. Steht das Herz einmal still, zählt jede Minute, um dauerhafte Hirnschäden im Falle des Überlebens zu verhindern. Gefragt sind daher Ersthelfer, die eine Herzdruckmassage durchführen, sowie der öffentliche Zugang zu Laien-Defibrillatoren. Derzeit überleben rund 10 Prozent einen plötzlichen Herztod, laut Experten könnte die Überlebenschance auf 70 Prozent gesteigert werden, hieß es am Montag bei einer Pressekonferenz.

Dafür braucht es in Wien zweierlei, sind sich die Kampagnenpartner sicher: erstens einen flächendeckenden Ausbau von Laien-Defis im öffentlichen Raum. Bereits an zehn Standorten in Wien gibt es die Defi-Vitrinen. 50 bis 100 weitere solcher Vitrinen sollen laut Gewista-Chef Karl Javurek im heurigen und kommenden Jahr folgen. Zweitens braucht es ein stärkeres Bewusstsein. "Man kann nichts falsch machen. Das einzige Falsche ist nichts zu tun." Diese Botschaft soll in den Köpfen der Menschen verankert werden, erklärt Wiener Landtags-Präsident Harry Kopietz.

Dafür werden die Herzbuben eingesetzt: "Genau gewusst wie, griff sie zum Defi. Und das ging so: Rufen, Drücken, Schocken - da kann man nichts verbocken", erklärt das Duo im eigens für die Kampagne komponierten Schunkelhit. "Mit unserem Hit lassen wir seit 25 Jahren die Herzen höher schlagen, mit dem neuen sollen sie auch länger schlagen", so Herzbub Wilfried Gliem.