Pro und contra auf: Fröhliche Menschen in der Werbung, verärgerte Kunden auf Facebook. - © (Screenshots)
Pro und contra auf: Fröhliche Menschen in der Werbung, verärgerte Kunden auf Facebook. - © (Screenshots)

Wien. "Wirf mit Schaum, laufe und klettere. Spritz herum - mit Wasser, mit Farbe. Auf dich warten ganze 25 aufblasbare Fun-Hindernisse und 10 unvergessliche Farbstationen." Laut Veranstaltungs-Website hätte es ein fulminanter Hindernislauf über fünf Kilometer werden sollen - doch statt am 19. Juni durch das Magna Racino in Ebreichsdorf bei Wien laufen die angemeldeten Teilnehmer seither ihrem Geld nach. Denn der Veranstalter Run for Fun Fungaroo hat den Lauf zunächst auf 27. August verschoben und nun ganz abgesagt.

Der Grund: Der Bezahldienst PayPal habe "ohne Vorwarnung entschieden, eine Summe von 750.000 US-Dollar auf unserem Konto zu beschlagnahmen, bis die Veranstaltungen stattgefunden haben, mit der Begründung, dass das Event-Management-Geschäft zu riskant sei", und das Geld "zur Überprüfung" für bis zu 180 Tage eingefroren sei, ist in einem Rundmail des Veranstalters an die potenziellen Läufer zu lesen.

Allerdings hat PayPal, dem nun der Schwarze Peter zugeschoben wird, vermutlich die Reißleine gezogen. Denn nach dem ersten "Run for Fun" in Hamburg berichtete die "Morgenpost" am 13. Juni von katastrophalen Zuständen: Stromkabel waren durch Wasserlacken verlegt, Glasscherben lagen auf dem Gelände, angekündigte Leistungen gab es nicht, Sicherheitsmaßnahmen fehlten. Mehrere Menschen, darunter auch Kinder, sollen sich verletzt haben. Und der Bayrische Rundfunk schrieb nach dem Hamburger Hindernislauf online: "Das war gefährlicher Wahnsinn! Das erste Hindernis fiel nach fünf Minuten zusammen, da es nicht am Kompressor angeschlossen war."

In der Folge wurden die anderen geplanten Läufe in Deutschland und Österreich kurzfristig verschoben oder ganz abgesagt. So wie jener in Wien, dessen Teilnehmer zunächst vier Tage vor dem Start in einem langen Rundmail auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet wurden, um dann drei Wochen später zu erfahren, dass er nun auf den 27. August angesetzt worden sei. Doch inzwischen ist klar: Es wird keinen "Run for Fun" in Ebreichsdorf geben. Und die bereits angemeldeten Hobbyläufer bangen jetzt um ihr Geld.

Deutsche Veranstalter sind in Wirklichkeit Tschechen in Riga


Denn mit jedem Rechercheschritt stellt sich heraus, wie undurchsichtig - und gleichzeitig doch durchsichtig - das Netz ist, das offenbar aus Lug und Trug rund um diesen Hindernislauf gewebt wurde: Denn auf der Website der Veranstaltung präsentierte sich Run for Fun Fungaroo zunächst als deutscher Veranstalter - oder ließ zumindest diese Vermutung nahelegen. In Wahrheit dürfte es sich um Tschechen mit Firmensitz in Riga handeln. Folgt man auf der Website dem Link zum Veranstalter, bekommt man mittlerweile eine Fehlermeldung. Und sogar die Facebook-Seite von Run for Fun Fungaroo ist bereits gelöscht. Hingegen hat die Facebook-Gruppe "geschädigte Run for Fun Köln" bereits 597 Mitglieder.