Wien. Wer in der U-Bahnstation Westbahnhof umsteigen muss, darf sich seit Anfang Juli im Auftrag der Wiener Linien von vorab gecasteten Straßenmusikern beschallen lassen. Von mehr als 200 Bewerbern wurden mittels Jury und Online-Voting 12 Acts ausgewählt, die nun abwechselnd den Untergrund bespielen.

Nachdem die Wiener Linien zu den U-Bahnkonzerten positives Feedback bekommen haben, werden ab Ende September nun auch die Stationen Karlsplatz und Praterstern zu improvisierten Konzerthallen. Das von Öffi-Stadträtin Ulli Sima ins Leben gerufen Projekt soll dabei helfen, den Aufenthalt in den öffentlichen Verkehrsmitteln möglichst angenehm zu gestalten und das subjektive Sicherheitsgefühl der Passagiere zu erhöhen.

Die Durchführung des Projekts hatte allerdings nicht nur fröhliche Fahrgäste, sondern auch verärgerte Gewerkschaftler zur Folge - die Straßenmusiker bekommen von Seite der Wiener Linien nichts für ihr Engagement bezahlt, was eine Geringschätzung ihrer Arbeit darstelle. Auch in den sozialen Netzwerken hatte dieser Umstand für Unmut gesorgt, vor allem, weil von den Musikern zusätzlich eine Bearbeitungsgebühr von 10 Euro verlangt wurde. Zumindest diese Gebühr soll in Zukunft entfallen.