Dennoch wird die Kritik der Vereinsmitglieder auch vom Menschenrechtsbeirat der Volksanwaltschaft geteilt. In der UN-Behindertenrechtskonvention ist das gleiche Recht auf Arbeit festgelegt, welches "das Recht auf die Möglichkeit, den Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen", beinhaltet. Laut Volksanwaltschaft kommt Österreich diesen Verpflichtungen nicht nach. Durchschnittlich verdienen Menschen in der Tagesstruktur 65 Euro, sind weder kranken- noch pensionsversichert. Die Forderung der Volksanwaltschaft: Die Arbeit in den Tagesstrukturen muss rechtlich als Arbeit anerkannt werden.

Die eingeschränkte Möglichkeit Geld zu verdienen, wirkt sich wiederum auf die Freizeitgestaltung aus: Abfeiern im Club, der Besuch von Konzerten und Museen sind nun mal nicht kostenlos. Auch wenn für Personen mit Behinderung meistens Rabatte gelten, müssen die Kosten für den Assistenten gezahlt werden. Für "Pro21" eine weitere Form der Ausgrenzung, die sichtbar gemacht und benannt werden muss.

Im Rahmen der Wienwoche

bietet "Pro21" mit der "Bedürfniszentrale"

in der Favoritenstraße 17

einen Raum für alle an, die Lust

auf ungeschützte und

elternfreie Freizeit haben.

Zudem kann in der

"Bedürfniszentrale" ein "Kultur-Brudi" gebucht werden, der Menschen mit Behinderung zu den Wienwoche-Veranstaltungen begleitet. Vor der "Bedürfniszentrale" befindet sich eine temporäre Bushaltestelle, die Personen mit Behinderung kostenlos zu dezentralen Veranstaltungen bringt. Ausführliches Programm unter

www.wienwoche.org