Am Sonntag ist der internationale Tag des Kaffees. - © Hans Klaus Techt
Am Sonntag ist der internationale Tag des Kaffees. - © Hans Klaus Techt

Wien. "Heast Pepi, di hob I jo scho ewig nimma g’sehn. Kumm, gemma auf an Kaffee!" Sätze wie dieser sind in Wien keine Seltenheit. Kaffeetrinken ist nicht nur Entspannungsaktivität und oft tägliche Gewohnheit. Vor allem Kaffeehäuser sind Rahmen für Zusammenkünfte abseits des "Coffee to go".

"Die Wiener kennen aber oftmals nur die Traditionsbetriebe oder ihre Stammcafés ums Eck. Wir wollen ihnen zeigen, dass es in Wien eine breitgefächerte Kaffeehauskultur gibt - auch abseits von Starbucks und McCafé", betont Wolfgang Binder, Fachgruppenobmann der Wiener Kaffeehäuser, gegenüber der "Wiener Zeitung".

Deshalb werden am Sonntag, 1. Oktober, der international als "Tag des Kaffees" begangen wird, elf kostenlose Erlebnistouren angeboten. Sie beginnen jeweils um 10.30 Uhr und um 14.30 Uhr. Für eineinhalb Stunden werden Kultur- und Kaffeebegeisterte durch die Kaffeehauslandschaften verschiedener Bezirke geführt. Dabei werden den Teilnehmern Geschichte und Besonderheiten der einzelnen Kaffeehäuser von professionellen Fremdenführern nähergebracht. Am Ende erwartet alle Tourengänger eine Kaffeeverkostung.

Seit 334 Jahren im Wandel

In der Innenstadt geht es vom Tuchlauben-Brunnen vor dem Café Korb auf der Brandstätte bis zum Café Prückel beim Stubentor am Ende der Wollzeile. Im 2. Bezirk ist das Café Ansari Ausgangspunkt der Führung. Ziel ist die Filiale der Kaffeehauskette Aida am Praterstern. Zwei weitere Touren starten vom Mariahilfer Café Jelinek in der Otto-Bauer-Gasse und erstrecken sich bis hin zum Café Sperl in der Gumpendorfer Straße.

Im 8. Bezirk trifft man sich vor dem Traditionscafé Eiles in der Josefstädter Straße hinter dem Rathaus, die Führung endet im Bistro Gubler & Gubler in der Strozzigasse. Schließlich können Interessierte auch im Alsergrund auf Kaffeetour gehen. Beginnend bei den organischen Hausröstungen der Coffee Pirates in der Spitalgasse bis zu einer Melange beim Café Luxor in der Grünentorgasse im Servitenviertel.

"Wien pflegt seit 334 Jahren eine Kaffeehauskultur, die sich immer wieder gewandelt und an die Zeit angepasst hat. Wir haben in Wien 2200 Kaffeehausbetriebe, vom kleinen Espresso bis hin zum Café Landtmann", erklärt Wolfgang Binder.

Das Café Landtmann ist übrigens der Schlusspunkt der elften Tour, die in englischer Sprache abgehalten wird und vor allem für Touristen gedacht ist. Diese Tour beginnt um 10.30 Uhr vor der Schottenkirche auf der Freyung ausgehend und endet schließlich beim Traditionsbetrieb neben dem Burgtheater.