Wien. Der 16-Jährige, der am vergangenen Freitag in Wien-Döbling im "Dittes-Hof" ein siebenjähriges Mädchen erstochen haben soll, ist mittlerweile in die Justizanstalt Josefstadt eingeliefert worden. Das bestätigte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nina Bussek, am Mittwoch. "Wir bereiten gerade den Antrag auf Untersuchungshaft vor", sagte sie. Im Falle einer Verurteilung droht dem Burschen eine Haftstrafe in Höhe von maximal 15 Jahren. Sollte bei ihm jedoch eine psychische Störung festgestellt werden, würde er in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingeliefert werden, hieß es.

Die Einvernahmen bei der Polizei wurden noch am Dienstag abgeschlossen. Viele neue Erkenntnisse dürften sich aber nicht mehr ergeben haben. Demnach soll der Bursch das ihm gut bekannte Kind tatsächlich getötet haben, weil sich in ihm eine allgemeine Wut aufgebaut gehabt habe. Er habe einfach jemanden umbringen wollen. Die Siebenjährige dürfte "zur falschen Zeit am falschen Ort" gewesen sein, wie die Ermittler am Dienstag nach den ersten Einvernahmen mitteilten.

Zusätzlich erschütternd für die Familie ist die Tatsache, dass es sich bei dem 16-Jährigen um einen bekannten Nachbarn handelt. "Man hat sich gekannt, man hat einander vertraut", erklärte der Anwalt der Familie des ermordeten Mädchens, Nikolaus Rast, am Mittwoch.

Letzten Erkenntnissen zufolge hatte das Mädchen gegen 15 Uhr am Freitag an die Tür des mutmaßlichen Täters geklopft. Sie habe die Katze des Jugendlichen streicheln wollen. Die beiden haben dann noch gemeinsam ein Eis gegessen, bevor der Bursche ihr in der Dusche die Kehle durchgeschnitten und dabei beinahe den Kopf abgetrennt habe. Unklar war, ob eine allfällige Geisteskrankheit des Verdächtigen bekannt war.

Geistig abnorm?

In einem Video behauptet der Vater, dass sein Sohn "laut Ärzten geistig krank" ist. Der 16-Jährige habe auch zugegeben, "dass er auch seinen eigenen kleinen Bruder töten wollte" und dass er auch selbst nicht mehr leben wolle.

Seitens der Angehörigen des Mädchens hat sich deren Anwalt Nikolaus Rast mittlerweile dem Strafverfahren gegen den 16-Jährigen als Privatbeteiligter angeschlossen. Rast glaubte übrigens nicht mehr, dass es zum Motiv für die Bluttat noch wesentlich neue Erkenntnisse geben werde.

Wer den 16-Jährigen vor Gericht vertritt, war am Mittwoch noch unklar. Offenbar gelten Wolfgang Blaschitz, der in der Vergangenheit einige Tschetschenen verteidigt hat, und Astrid Wagner bei Insidern als wahrscheinlichste Kandidaten dafür, die Rechtsvertretung zu übernehmen. Der 16-Jährige soll aber bereits angegeben haben, dass er eigentlich keine Verteidigung wünscht.