Mit den Giraffen auf Augenhöhe

Die eleganten Langhälse erfreuen sich nach wie vor großer Popularität, und erst 2017 wurde in Schönbrunn der neue Giraffenpark eröffnet. Als dessen Kernstück gilt ein lichtdurchfluteter Wintergarten, der an das Giraffenhaus - ein architektonisches Erbe des Biedermeier - gebaut wurde. Auf seinem Glasdach wurde eine Solaranlage installiert, die den gesamten Stromverbrauch der Anlage deckt.

Unter dem Wintergarten befindet sich zudem ein Schotterspeicher, der die Wärme vom Tag speichert und sie in der Nacht freigibt. Eine begehbare Galerie bringt die Besucher auf dieselbe Augenhöhe wie die langhalsigen Tiere: Das sind derzeit die beiden erst dreijährigen Halbschwestern Sofie und Fleur. Das mit der exakten Augenhöhe wird also noch ein paar Jahre dauern.

Hinzu kommen noch der alteingesessenen Giraffenbulle Kimbar, das Weibchen Carla und ihre Tochter Rita. Sie haben 2017 allerdings nicht den neuen Park bezogen, sondern ihr Zuhause im Außengehege am Rand des Geländes. "Kimbar ist mit 24 Jahren das zweitälteste Männchen im Zuchtprogramm. Wir wollen ihm in seinem hohen Alter keinen Transport und Umzug mehr zumuten", erklärte Tiergartendirektorin Dagmar Schratter.

Heute reisen Giraffen von Wien gen Süden

Besonders stolz ist man in Schönbrunn auf die neue Gesundheitsstation im sanierten historischen Gebäude aus dem Jahr 1828. Hier werden die Tiere Gesundheitschecks unterzogen, was auch der Beschäftigung dient.

Mittlerweile importiert Wien auch nicht mehr nur Giraffen, es exportiert sie auch. Erst vor zwei Jahren ist die Giraffe Lubango in einem vier Meter hohen Spezialanhänger nach Italien gereist. Lubango war im Juni 2013 im Tiergarten Schönbrunn zur Welt gekommen. Die neue Heimat des waschechten Wieners ist nun der Zoo von Neapel.