Trotzdem seien Erdströme auch nach Abbau dieser Geräte noch immer vorhanden, was in der Nähe von Eisenbahntrassen laut Plimon stets der Fall sei. Er relativierte jedoch: Magnetfelder, die von medizinischen Großgeräten ausgehen würden, seien ebenfalls hoch, Abschirmmaßnahmen in einem Spital darum sowieso notwendig: "Das ist die Kunst der Krankenhausplanung."

Jedenfalls mussten zusätzliche Gegenmaßnamen zur Eindämmung der Strahlen ergriffen werden. Plimon meint, dass die entsprechenden Grenzwerte am KH-Nord Areal "mit den Maßnahmen, die gesetzt wurden und wenn sie richtig gesetzt wurden", mittlerweile eingehalten werden. Exakte Angaben dazu konnte er aber nicht machen. Denn aktuell gibt es dazu zwar ein Gutachten aus dem Jahr 2015, das allerdings nicht vom AIT erstellt wurde.

Die Vertreter der politischen Parteien bewerteten die Aussagen von Plimon dann auch unterschiedlich. "Dass das Spital trotz alledem dort gebaut wurde - verbunden mit deshalb nötigen Gegenmaßnahmen in Millionenhöhe -, ist gegenüber den Patientinnen und Patienten verantwortungslos", so Gemeinderätin Ingrid Korosec (ÖVP). Gemeinderat Wolfgang Seidl (FPÖ) erklärte, dass das Grundstück bei der Siemensstraße die deutlich geeignetere Alternative zum "verstrahlten Standort des maroden KH Nord" gewesen sei.

Die Standortentscheidung sei keine Willkür gewesen, entgegnete wiederum Gemeinderat Peter Florianschütz (SPÖ). Die Infrastruktur der Umgebung und gute Erreichbarkeit des jetzigen Standorts im Vergleich zu den anderen Grundstücken sei ausschlaggebend für die Wahl gewesen, betonte Florianschütz.

"Mängel in der
Detailplanung"


Befragt wurde am Dienstag auch Hans Lechner. Sein Unternehmen erstellt für den KAV Gutachten zur Projektsteuerung, Generalplanung und örtlichen Bauaufsicht.

Mit den Arbeiten zur Projektsteuerung und Generalplanung sei man bereits so weit fortgeschritten, dass man sich im Gespräch mit den Versicherungen befände, erklärte Lechner. Dabei gehe er von realistischen Regressforderungen von 30 Millionen Euro aus und nicht von den zuletzt kolportierten 200 Millionen Euro.

Lechner wurde auch mit der Ausrichtung des Architekturwettbewerbs für das KH Nord beauftragt, den am Ende der Architekt Albert Wimmer für sich entscheiden konnte. Wimmer wurden von Lechner "Mängel in der Detailplanung" vorgeworfen, so hätte er die Estrich-Fugen nicht eingeplant oder der Haustechnik zu wenig Platz eingeräumt. Wimmer selbst hat die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen.