In Deutschland hatte öko.de am 1. März das Rennen gemacht und war als Erster registriert worden. Wie ihre deutschen und Schweizer Pendants Denic und Switch hält sich auch nic.at am Mittwoch an das "first come, first serve"-System. Um Chancengleichheit zu gewährleisten, hat nic.at die Bandbreite für den Eingang der E-Mail-Anträge der Registrare auf zehn KBit/s limitiert. Damit entstehen für Firmen mit großen Serverfarmen keine Vorteile.

Das bedeutet, dass der Erste, der etwa mit www.österreich.at "durchkommt", auch diesen Domain-Namen für sich beanspruchen darf. Dennoch sind Rechtsstreitigkeiten nicht auszuschließen, zum Beispiel was geschützte Markennamen betrifft. In der Schweiz hatte ein Student, so Wein, die Domain www.nestlé.ch bestellt und auch erhalten. Der Lebensmittelkonzern hatte daraufhin auf seinen geschützten Markennamen gepocht - und Recht bekommen. "Wie sich herausstellte, wollte der Student nur auf sich aufmerksam machen, er spitzte auf einen Job bei Nestlé in der Vorstandsetage und gab den Domain-Namen danach freiwillig ab", erzählte Wein.

Die Registrare in Österreich sind bei der Domain-"Bestellung" angehalten, geschützte Namen zu prüfen und Privatpersonen auf die Problematik aufmerksam zu machen. Für Streitfälle gibt es im Internet unter http://www.streitschlichtung.at eine Schlichtungsstelle, in der unabhängige Fachleute, Juristen und Techniker Rechtsprobleme in Zusammenhang mit Domains beurteilen. Wein: "Das funktioniert aber nur, wenn beide Streitparteien sich freiwillig damit einverstanden erklären, dem Urteil auch wirklich Folge zu leisten." Jahrelange Rechtsstreitigkeiten seien aber auch nach der Vergabe der Umlaut-IDNs auszuschließen.

Mit Ende 2003 waren in Österreich 310.975 Domains registriert, im Vorjahr kamen 42.422 dazu. Den größten Boom gab es im Jahr 2000 mit 89.279 Neuanmeldungen. Wein: "Damals herrschte ein regelrechter Hype, viele Domain-Namen wurden mit Bindestrichen et cetera doppelt und dreifach reserviert." Die erwarteten 120.000 Anträge vom Mittwoch sollten netto laut nic.at-Rechnung maximal 25.000 neue Domains - und somit um mehr als 50 Prozent als im gesamten Jahr 2003 - ergeben. (WZ Online)