Facebook-Meldungen vom Kanzler, Video-Dokus vom Bundespräsidenten, Tweets aus dem Kanzleramt, so sieht die neue Kommunikation der Spitzen des Landes mit der Bevölkerung aus.

Händeschütteln, Kinderstreicheln und Zeltfestbesuche war gestern. Politiker, die heute Bürgernähe zeigen wollen, müssen mit den sozialen Techniken des Internets vertraut sein.


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Der Bundeskanzler im Web
Bundeskanzleramt
Werner Faymann auf Facebook
Werner Faymann auf Twitter
Heinz Fischer Website
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Einer hat es ihnen vorgemacht: Für den US-Präsidenten Barack Obama sind Online-Netzwerke ebenso wichtig wie die traditionellen Medien. Facebook, Twitter und personalisierte Rundmails hat er nicht nur im Wahlkampf eingesetzt, er nutzt sie auch laufend zur Vorstellung und zur Diskussion seiner Reformvorhaben.

Seit dem Nationalfeiertag sind nun auch die wichtigsten Repräsentanten der Republik auf den Kanälen des Cyberspace präsent.

Vernetzter Kanzler


Im Zentrum der Internet-Aktivitäten von Bundeskanzler Werner Faymann steht die neue Site www.bundeskanzler.at. Hier stellt sich der Kanzler persönlich mit einer bebilderten Biographie vor. Zwar wird am ersten Tag vor allem der "Politiker zum Anfassen" präsentiert, doch könnte sich der Bereich "Aktuelles" zu einer Informationsquelle für politisch Interessierte entwickeln. So könnte man in Zukunft die Statements des Kanzlers mit den Kommuniqués des Ministerrats auf der Websites des Bundeskanzleramts und den Protokollen des Parlaments verknüpfen, um den Weg von einer Idee zur Gesetzwerdung zu verfolgen. Ein technisches Gustostückerl ist der dreidimensional aufbereitete Rundgang durch den Regierungssitz mit seiner beinahe 300-jährigen Geschichte.

Ergänzt wird der behindertengerechte Webauftritt durch die Präsenz auf Facebook und Twitter (@teamkanzler). Auf Facebook postet der Kanzler selbst (oder jemand in seinem Namen), auf Twitter ist ein Team um die frühere Kanzlersprecherin Angelika Feigl tätig.
Insbesondere auf Facebook sind Diskussionen erwünscht. Das muss sich wohl noch einspielen. In den ersten Stunden fanden sich vor allem Statements für oder gegen die Nutzung der Plattform. Man darf gespannt sein, ob in Zukunft sachliche Debatten und Anregungen jenseits der Parteipositionen möglich sind.

Beim Zwitscherdienst treibt sich auch ein Parodist namens "Werner Failmann" herum, der sich sogar Presseaussendungen leistet. Seine Identität möchte er aber laut der verantwortlichen Agentur nicht preisgeben.

Bereits zuvor ist Österreichs oberster Fallschirmspringer auf der Adresse www.bundespraesident.at gelandet. Bundespräsident Heinz Fischer dokumentiert seine Arbeit mit Reden, Beiträge, Interviews, Aussendungen, Terminübersichten und Landkarten seiner Reisen. Dabei gewährt er auch Blicke hinter die Kulissen wie im Making-of-Video der Neujahrsansprache.