Washington. Facebook wird beim Thema Datenschutz offenbar Zugeständnisse machen. Wie die US-Zeitung "Wall Street Journal" am Donnerstag (Ortszeit) berichtete, einigten sich das Internet-Netzwerk und die US-Aufsichtsbehörde darauf, dass Facebook künftig die "ausdrückliche Zustimmung" der Nutzer einholen muss, bevor "wichtige rückwirkende Änderungen" an den Einstellungen zur Privatsphäre vorgenommen werden. Zudem stimmte Facebook zu, seinen Umgang mit den Nutzerdaten in den nächsten 20 Jahren regelmäßig von unabhängiger Seite überprüfen zu lassen.

Mehrere Datenschutzgruppen wollen Klagen einreichen 
Hintergrund sind demnach Ermittlungen, die nach einer Klage mehrerer Datenschutzgruppen im Dezember 2009 eingeleitet worden waren. Die Datenschützer warfen Facebook vor, die Nutzer bei Änderungen seiner Datenschutzbestimmungen zu täuschen, und kritisierten vor allem die standardmäßige Veröffentlichung der Privateinstellungen, mit der das Profil eines Nutzers mit Namen, Foto, Geschlecht und Freundesliste für alle ausnahmslos einsehbar wurde.

  Laut "WSJ" muss die US-Handelskommission der Einigung zwischen Facebook und der Aufsichtsbehörde noch zustimmen. Facebook wollte zu dem Bericht nicht Stellung nehmen. Das soziale Netzwerk hatte im September auf die zunehmende Kritik an seinem Umgang mit den Daten der Nutzer reagiert und eine eigene Datenschutzbeauftragte ernannt. Das Internet-Netzwerk hat weltweit 800 Millionen Mitglieder, in Deutschland sind es 20 Millionen.