Peking.

Umweltverschmutzung, schlechte Arbeitsbedingungen und das Fehlen von Arbeitsrechten sind bei vielen Zulieferfirmen der IT-Industrie tagtägliches Geschäft. Die Probleme sind bekannt, aber eine Änderung der Missstände passiert sehr langsam. - © APAweb/EPA/Greenpeace
Umweltverschmutzung, schlechte Arbeitsbedingungen und das Fehlen von Arbeitsrechten sind bei vielen Zulieferfirmen der IT-Industrie tagtägliches Geschäft. Die Probleme sind bekannt, aber eine Änderung der Missstände passiert sehr langsam. - © APAweb/EPA/Greenpeace
In China haben rund tausend Arbeiter eines Lieferanten der US-Technologieriesen Apple und IBM gegen ihre Arbeitsbedingungen protestiert. Die Beschäftigten in der südlichen Provinz Guangdong legten in dieser Woche ihre Arbeit nieder, wie die in New York ansässige Arbeitsrechtsorganisation China Labour Watch am Mittwoch erklärte. Sie demonstrierten demnach gegen die Bedingungen in ihrem Unternehmen, das Tastaturen für Apple und IBM herstellt, und besetzten eine Straße. Die Polizei sei mit Hunderten Polizisten vor Ort gewesen.

Von 7.00 Uhr bis 2.00 Uhr Früh arbeiten
Die Beschäftigten protestierten laut China Labour Watch unter anderem gegen angeordnete Überstunden: Die normalen Arbeitszeiten dauert den Angaben zufolge von 07.00 Uhr bis 18.00 Uhr mit einer Mittagspause. Zusätzlich seien die Beschäftigten aber gezwungen worden, von 18.00 Uhr bis Mitternacht und teils sogar bis 02.00 Uhr morgens zu arbeiten, erklärte China Labour Watch.

Entlassungen und Beleidigungen
Zudem habe sich der Protest der Arbeiter gegen die Entlassung älterer Arbeitnehmer sowie gegen Beleidigungen durch Vorgesetzte gerichtet. Die Leitung des Werks von Jingmo Electronics, das zum taiwanesischen Konzern Jingyuan Computer gehört, sagte den Angaben zufolge mittlerweile Verbesserungen bei den Überstunden zu.

Umweltverschmutzung und giftige Inhaltsstoffe

Die Umweltschutzorganisation "Greenpeace" stellt in der Auflistung "Grüne Elektronik" eine Übersicht über die einzelnen Hersteller der ITK-Branche bereit. - © Grafik: Greenpeace
Die Umweltschutzorganisation "Greenpeace" stellt in der Auflistung "Grüne Elektronik" eine Übersicht über die einzelnen Hersteller der ITK-Branche bereit. - © Grafik: Greenpeace

Die Arbeitsbedingungen in den Zulieferfirmen sind seit geraumer Zeit unter heftiger Kritik. Erst wenn die Missstände an die Öffentlichkeit treten und in den Industrieländern auf die Probleme aufmerksam gemacht wird, reagieren die Hersteller. Schlechte Bezahlung, Ausbeutung, das Fehlen von Rechten und sanitäten Anlagen oder unmenschliche Zustände in den Werkshallen sind dabei nur ein Problemfeld. Auf der anderen Seite stehen Umweltverschmutzung und gifitge Substanzen, die nicht nur die Arbeiterinnen und Arbeiter, sondern auch die Konsumenten schädigen können.

Seit geraumer Zeit macht die Umweltorganisation Greenpeace mit ihrem Firmenranking "Grüne Elektronik" auf diese Problematik aufmerksam. In der aktuellen Auflistung findet sich HP auf Platz 1. Dahinter liegen Firmen, wie Dell und Nokia. Apple findet sich auf Rang vier allerdings schon im "dunkelorangen" Bereich. Abgeschlagen auf dem letzten Platz liegt derzeit der kanadische BlackBerry-Hersteller RIM.