Nokias Geschäftsführer Stephen Elop in Barcelona mit dem "Superkamera-Handy": Das Nokia 808 soll eine 41-Megapixle-Kamera beinhalten.
Nokias Geschäftsführer Stephen Elop in Barcelona mit dem "Superkamera-Handy": Das Nokia 808 soll eine 41-Megapixle-Kamera beinhalten.

Barcelona. Der schwächelnde Handy-Weltmarktführer Nokia will Kunden mit einer Kamera der Superlative in seinen Telefonen gewinnen. Das neue Smartphone-Modell 808 "PureView" hat einen Bildsensor mit 41 Megapixeln - mehr als die meisten aktuellen Verbraucher-Kameras. Bei Smartphones haben sich aktuell 8-Megapixel-Kameras als Standard durchgesetzt. Die Bildqualität einer Digitalkamera hängt von mehreren Faktoren ab. Die Pixelzahl allein lässt keine Qualitätsaussage zu.

  Die "PureView"-Technologie solle in Zukunft in weitere Modelle einziehen, kündigte Nokia am Montag beim Mobile World Congress in Barcelona an. Damit die Bilddateien trotz der vielen Pixel kompakt gehalten werden können, werden die Daten mit spezieller Software bearbeitet. Das Telefon bekommt zudem räumlichen Dolby-Digital-Mehrkanalton.

"Asha" gegen Android  
Seine starke Stellung in den Entwicklungsländern will Nokia mit neuen Modellen verteidigen. Beim Mobile World Congress in Barcelona stellte Nokia am Montag mehrere Telefone der Serie Asha vor, die gegen Konkurrenzgeräte wie günstige Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android antreten sollen. Die Telefone seien "schneller als viele einfachere Androiden", verkündete entsprechend die zuständige Nokia-Managerin Mary McDowell.

  Die Kunden anlocken soll auch eine Auswahl an Diensten unter der Dachmarke "Nokia Life". So kann man zum Beispiel medizinische Fragen bei einem Call-Center loswerden. Außerdem können Asha-Käufer sich in den ersten zwei Monaten kostenlos 40 Spiele des Anbieters Electronic Arts im Wert von 75 Euro herunterladen. Der populäre Messaging-Dienst WhatsApp ist gleich vorinstalliert - ein weiterer Schlag gegen die Mobilfunk-Anbieter, für die SMS-Gebühren eine sehr wichtige Einnahmequelle sind.

  Der Nokia-Konzern steht im Smartphone-Geschäft massiv unter Druck, konnte aber bisher die Führung im gesamten Handy-Markt vor allem dank der Popularität seiner einfachen Telefone in Entwicklungsländern halten.