New York/Hannover. Apple will mit einer neuen iPad-Generation seine Führungsposition im schnell wachsenden Tablet-Markt behaupten. Vor der Vorstellung des neuen Geräts am Mittwochabend kochten wie gewohnt die Spekulationen hoch. Wird es nun iPad 3 oder iPad HD heißen? Bekommt es den als Stromfresser bekannten Daten-Turbo LTE? Wird Apple angesichts der günstigen Konkurrenz etwa von Amazons Kindle Fire an der Preisschraube drehen? Als sicher galt allenfalls, dass das dritte iPad einen deutlich verbesserten Bildschirm bekommt, in der Liga der scharfen "Retina Displays" des iPhone.


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Das iPad 3 ist da
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Alles deutete bisher auch darauf hin, dass Apple zeitgleich die nächste Auflage seiner Wohnzimmer-Box AppleTV vorstellt. Die kleine schwarze Schachtel kann Videos, Musik und Spiele von iPad oder iPhone auf einen Fernseher bringen und dient zugleich als Brücke zu Apples iTunes-Plattform im Internet. Es wurde erwartet, dass das neue AppleTV jetzt auch die volle HD-Auflösung mit 1080 statt zuvor 720 Bildzeilen unterstützen wird.

Ein schier unendlich großer Markt
Vor einem Jahr schien das iPad-Wunder von Apple seine Grenzen erreicht zu haben. Auch wenn der Konzern mit seinem "Riesen-iPhone" einen tollen Lauf hinlegte und dem totgeglaubten Markt der Tablet-Computer Leben eingehaucht hat, jetzt würden die vielzähligen Rivalen das iPad abdrängen - so lautete damals die Meinung vieler Branchenexperten. Doch es kam ganz anders.

Mehr als 80 Konkurrenzgeräte mit dem Google-Betriebssystem Android wurden vor einem Jahr angekündigt. Dazu drängte der Blackberry-Anbieter RIM mit seinem Playbook in das Geschäft ebenso wie Hewlett-Packard mit dem TouchPad. Doch viele Android-Tablets verschwanden in der Versenkung. Das TouchPad von HP ist inzwischen Geschichte. Und das Playbook von RIM hält sich trotz einer inzwischen verbesserten Software nur mit drastischen Preissenkungen gerade so über Wasser.

Das Spiel geht in die nächste Runde
Nun geht das Spiel wieder von vorn los. Als schärfster Rivale gilt diesmal der Online-Händler Amazon, dessen einfaches Tablet Kindle Fire weniger als die Hälfte des günstigsten iPad kostet - auch weil Amazon das Gerät subventioniert und wohl knapp unter Herstellungskosten abgibt. Im bisher einzigen Markt USA soll Amazon im Weihnachtsgeschäft mehrere Millionen Geräte verkauft haben. Wie viele genau, hält der Konzern geheim, so richtig Marktanteile messen kann man damit nicht.

Auf dem Horizont taucht aber schon der nächste große Herausforderer auf: Microsoft mit seinem nächsten Betriebssystem Windows 8, das im Herbst erscheint und auch auf Tablets laufen wird. Microsoft setzt auf sein innovatives Metro-Design sowie die Anziehungskraft seiner Bürosoftware Office, die mit Windows 8 auf den Tablet-Computern verfügbar wird.

Das Fehlen des Office-Pakets auf dem iPad hat aber bisher Apples Absatzerfolge nicht spürbar beeinträchtigt: Gut 15 Millionen iPads setzte Apple allein im jüngsten Weihnachtsquartal ab - von den 55,3 Millionen, die bisher insgesamt verkauft wurden. Konzernchef Tim Cook bekräftigte, er könne sich durchaus vorstellen, dass der Tablet-Markt den Absatz klassischer PCs mit der Zeit überholt. Und Apple ist fest entschlossen, an der Spitze der Bewegung zu bleiben. Beobachter gehen auch davon, aus, dass Apple fürs nächste die Krone behalten wird. Zugleich rechnet der Marktforscher Ovum mit einem schärferen Wettbewerb in diesem Jahr. Insgesamt erwartet Ovum zum Jahr 2016 ein Marktvolumen von mehr als 235 Millionen Tablet-Computern.