Der Chaos Computer Club (CCC) will sich vom befreundeten Verein Attraktor wegen mutmaßlicher rechtsradikaler Vergangenheit eines Vorstandsmitglieds distanzieren. - © cc Jon Aslund
Der Chaos Computer Club (CCC) will sich vom befreundeten Verein Attraktor wegen mutmaßlicher rechtsradikaler Vergangenheit eines Vorstandsmitglieds distanzieren. - © cc Jon Aslund

Hamburg. (weg) Befreundete Vereine sind sich uneinig: Der Chaos Computer Club e.V. (CCC) hat auf seiner Website bekannt gegeben, dass er sich vom Hamburger Verein Attraktor distanzieren will. Grund: Dem CCC ist das mutmaßliche frühere Wirken im rechtsradikalen Umfeld eines Vorstandsmitglieds von Attraktor unvereinbar für eine Zusammenarbeit. Laut taz liefen über einen von diesem betriebenen Hosting-Account bis 2011 die Registrierung und Bezahlung von rund 50 Domains mit neonazistischen Inhalten. Bisweilen hat Attraktor Räumlichkeiten für den CCC bereitgestellt. Dieser hat nun als Konsequenz den Vertrag für das Büro mit sofortiger Wirkung gekündigt und eine weitere gemeinsame Nutzung der Räume beendet.

CCC vs. Attraktor

Zuvor war dieses Vorstandsmitglied auch im CCC tätig. Nach dem Aufkommen der rechtsradikalen Details seiner Vergangenheit verließ er den Club. Trotzdem wurde er vor einem Monat einstimmig in den Vorstand des befreundeten Vereins Attraktor gewählt. Dies führte nun zu der Trennung der beiden Hackerkollektive. Der CCC schreibt, dass er den Kampf gegen rechtsextremes Gedankengut unterstütze und sich konsequent vom Rechtsradikalismus abgrenze. Attraktor steht aber weiterhin hinter ihrem Vorstandsmitglied. Der Verein betont zwar, dass auch er rechtes Gedankengut nicht toleriere, jedoch in ihr Mitglied vertraue und seine Abkehr von der rechten Szene unterstütze.

Zukunft unklar

Clubintern scheint es im CCC regionale Unstimmigkeiten zu geben. So ruft der Hamburger CCC zu einer Mitgliederversammlung auf, in der er betont, dass ihm die endgültige Entscheidung über den Verbleib in den Räumen obliegt. Da der CCC und der Attraktor Verein nicht nur in Hamburg, sondern auch an anderen Orten stark vernetzt sind, dürfte diese Trennung noch weitere Konsequenzen mit sich ziehen.