Wie bereits berichtet, ist der Twitter-Account der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag gehackt worden. Auch die Bloggerplattform der Seite ist dem Angriff zum Opfer gefallen. Die Agentur hat bestätigt, dass unter dem Namen ihrer Journalisten falsche Artikel veröffentlicht wurden. Darunter war ein erfundenes Interview mit Riad Al-Assad, dem Führer der "Freien Syrischen Armee", in dem dieser den Rückzug der Rebellen aus der umkämpften Stadt Aleppo bekannt gab. Weiter war auf der Website zu lesen, dass die Aufständischen chemische Waffen aus Libyen ins Land geschmuggelt hätten.

Die Artikel wurden gelöscht und die Plattform vom Netz genommen. Mittlerweile ist sie wieder erreichbar. Reuters stellte klar, dass keiner ihrer Journalisten dieses Interview geführt habe. Auch habe die Agentur keine "unmittelbaren Informationen", wer hinter dem Angriff steckt. Die Freie Syrische Armee vermutet hinter der Propaganda-Attacke das Regime von Präsident Bashar Al-Assad.

Der Krieg in Syrien schwappt damit zum wiederholten Male in den Cyberspace über. Im März hatten Hacker die Facebook-Seite des saudi-arabischen TV-Senders Al Arabyia gehackt und falsche Nachrichten gepostet. Hinter diesen Angriffen stand vermutlich die "Syrische Elektronische Armee", kurz SEA. Präsident Assad habe sie am 20. Juli in einer TV-Ansprache gelobt und als "wirkliche Armee in der virtuellen Realität" bezeichnet, hieß es in einer Meldung. Die SEA hatte sich zu der Attacke bekannt.