Beim Apple Partner Foxconn in China sind Menschenrechtlern zufolge am Freitag in einem Werk Tausende Arbeiter in den Streik getreten. Dies berichtete die Menschenrechtsgruppe China Labor Watch in der Nacht auf Samstag. - © APAweb/REUTERS/Michael Martina
Beim Apple Partner Foxconn in China sind Menschenrechtlern zufolge am Freitag in einem Werk Tausende Arbeiter in den Streik getreten. Dies berichtete die Menschenrechtsgruppe China Labor Watch in der Nacht auf Samstag. - © APAweb/REUTERS/Michael Martina

Cupertino. Beim Apple Partner Foxconn in China sind Menschenrechtlern zufolge am Freitag in einem Werk Tausende Arbeiter in den Streik getreten. Dies berichtete die Menschenrechtsgruppe China Labor Watch in der Nacht auf Samstag. Durch den Ausstand sei die Produktion des neuen iPhone 5 von Apple vor Ort nahezu lahmgelegt, erklärte die Gruppe. Unter Berufung auf Werksbeschäftigte berichtete sie, 3.000 bis 4.000 Arbeiter hätten sich an dem Streik in dem Werk Zhengzhou in der nördlichen Provinz Henan beteiligt.

  Der Streik habe bereits am Nachmittag begonnen, erklärte die Gruppe. Erzürnt habe die Arbeiter, dass sie auch während der Feierlichkeiten zur Goldenen Woche, die seit Montag läuft, arbeiten sollten. Zudem seien die Qualitätsstandards erhöht sowie Kontrollen verschärft worden, ohne die Mitarbeiter entsprechend der neuen Anforderungen zu schulen. Es soll auch zu Handgreiflichkeiten zwischen Aufsichtspersonen und Arbeitern gekommen sein. Die Unternehmensführung habe sich taub gestellt, als sie mit den Problemen konfrontiert worden sei und nichts unternommen.

Kritik an Foxconn wächst 
Erst vor wenigen Tagen war es in dem Werk Taiyuan von Foxconn in einem Schlafsaal zu einer Massenschlägerei gekommen. Wegen der Unruhen musste die Produktion unterbrochen werden.

  Foxconn war in der Vergangenheit mehrfach wegen der Arbeitsbedingungen in die Kritik geraten. Für negative Schlagzeilen sorgten vor allem die Selbstmorde mehrerer Angestellter. Nach heftigen Protesten sagten Apple und Foxconn später zu, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Die Fair Labor Association (FLA) attestierte Foxconn zuletzt Fortschritte, mahnte aber weitere Anstrengungen an.

Auftraggeber schauen zu
Interessant ist aber auch die Rolle der westlichen Auftraggeber. Während Apple zumindest nach außen hin versucht, Interesse zu zeigen und die Arbeitsbedingungen positiv zu verändern, kommt von anderen Unternehmen, wie etwa HP oder Dell, die ebenfalls bei Foxconn produzieren lassen, gar keine Reaktion. Auch Apple Ankündigungen scheinen derzeit eher heiße Luft zu sein, denn immerhin sorgt das Unternehmen für mehr Druck durch die Lawine an iPhone 5-Aufträgen.

Es stellt sich die Frage, ob und in wie weit die ausländischen Unternehmen, aber auch der chinesische Staat an Verbesserungen wirklich interessiert sind. Immerhin sind nicht die schöne Natur oder die netten Menschen die Gründe warum in China produziert wird, sondern die unglaublich niedrigen Personalkosten und die unglaublich hohe verfügbare Masse an "Humankapital", sprich Arbeiterinnen und Arbeitern.