Wien. Die österreichischen Mobilfunker bekommen neue Konkurrenz: Das mittelständische Wiener Technologieunternehmen Mass Response werde sich als Quereinsteiger in das Netz des Anbieters Hutchison einmieten und ab kommendem Jahr Dienstleistungen für Privat- und Geschäftskunden anbieten. Ein Vertrag für eine sogenannte MVNO-Partnerschaft (Mobile Virtual Network Operator) mit Hutchison sei unterzeichnet, teilte Mass Response am Sonntag mit. Die Firma bietet Tele-Voting für Fernsehshows sowie Call-Center-Technik an und will mit dem Einstieg in den Mobilfunk ein neues Geschäftssegment erschließen.

Neben Mass Response hat auch bereits der Kabelnetzbetreiber UPC eine Nutzung des Hutchison-Mobilfunknetzes vereinbart. Der Hongkonger Mischkonzern muss im Gegenzug für die Übernahme des Konkurrenten Orange seine österreichische Infrastruktur bis zu 16 solcher Quereinsteiger zur Verfügung stellen. Das haben die Wettbewerbshüter zur Auflage für den Deal gemacht, um die Konkurrenz trotz der sinkenden Zahl von Mobilfunkanbietern mit eigenem Netz zu beleben.

Quereinsteiger heizen Wettbewerb an
Die Quereinsteiger ersparen sich mit der Einmietung in das Hutchison-Netz den kostspieligen Aufbau einer eigenen Infrastruktur. Das ist so attraktiv, dass zuletzt auch Ex-Orange-Chef Michael Krammer die Gründung eines eigenen MVNOs überlegt hatte. Dieser Trend ist nicht neu: in den Netzen der etablierten Anbieter Telekom Austria, der Deutsche-Telekom -Tochter T-Mobile sowie Hutchison tummeln sich bereits ein Anzahl von MVNOs - wie etwa jenes von Red Bull im Netz der Telekom.

Sie hatten den massiven Preiskampf am österreichischen Mobilfunkmarkt zusätzlich angeheizt. Dieser drückt seit Jahren die Erträge der drei großen Anbieter. Telekom Austria, T-Mobile sowie Hutchison hoffen nun mit dem Start der neuen schnelleren Mobilfunkgeneration LTE auf höhere Preise. Für die Nutzung der schnelleren Internetverbindung verlangen sie von ihren Kunden einen Aufschlag.

Bei der Versteigerung der Frequenzen für die neue Mobilfunkgeneration hatte Hutchison 330 Millionen Euro ausgegeben und dafür im Vergleich zu den Wettbewerbern vergleichsweise wenig Spektrum erworben. Viele Experten hatten daher erwartet, dass die Zahl der Quereinsteiger, die sich in das Hutchison-Netz einmietet, überschaubar bleibt. "Je weniger Spektrum das Unternehmen hat, umso weniger kann es MVNOs zur Verfügung stellen", hatten die Analysten von JP Morgan geschrieben.

Doch neben Hutchison will auch der größere Rivale T-Mobile sein Netz künftig an Quereinsteiger vermieten, wie T-Mobile-Österreichchef Andreas Bierwirth Reuters sagte. Er erwartet, dass es künftig bis zu zehn solcher MVNOs in Österreich geben könnte.