Wien. In den heimischen Mobilfunkmarkt scheint nun doch noch neuer Schwung zu kommen. Nachdem in den letzten Monaten außer Verteuerungen wenig los war, soll nun wieder stärkerer Wettbewerb erfolgen.

Laut einer Meldung des heimischen Telekomregulierers RTR zeichnen sich Markteintritte von einigen neuen Mobilfunk-Betriebern ab. Noch sind keine Details zu Eintrittsterminen und Preisen bekannt, allerdings soll sich deren Präsenz noch in diesem Jahr zeigen.

MVNOs
Der österreichische Telekom-Regulierer RTR erwartet ab Jahresende den Start einiger neuer Mobilfunk-Quereinsteiger (MVNOs). "Wir sehen, dass sich einige Markteintritte von neuen Betreibern abzeichnen. Man wird im vierten Quartal bereits sehen, wer hier kommt und mit welcher Preispolitik Betreiber in den Markt gehen", sagte RTR-Chef Johannes Gungl am Freitag in Wien.

Dadurch könnten die Preise am österreichischen Mobilfunkmarkt wieder sinken. Sie waren nach der Fusion der beiden kleinsten Anbieter Orange und Hutchison zuletzt teilweise deutlich gestiegen. "Wir sehen das mit Sorge", sagte Gungl. Im Gegenzug für die Übernahme muss Hutchison jedoch sein Netz Quereinsteigern zu günstigen Konditionen zur Verfügung stellen. Der Kabelnetzbetreiber UPC hat bereits Interesse signalisiert und könnte nach Einschätzung von Gungl zu Jahresende starten.

Weniger Beschwerden, Tarifanstieg unter Inflation
In der Mobilfunkbranche sind im Vorjahr die Beschwerden deutlich zurückgegangen, die viel kritisierten Tariferhöhungen blieben unter der Inflationsrate, geht aus dem heute, Freitag, präsentierten Streitschlichtungsbericht der Regulierungsbehörde RTR hervor. Die Behörde erwartet gegen Ende des Jahres neue Anbieter, wodurch die Preise wieder sinken könnten.

  Im Vergleich zum sehr stabilen Verbraucherpreisindex sind zwar die Tarife seit dem Herbst des Vorjahres deutlich nach oben gegangen, sie blieben aber trotzdem unter der Teuerungsrate. Lediglich Wenigtelefonierer mussten etwas mehr zahlen als die Inflationshöhe. Wer sein Ohr gar nicht mehr vom Handy bekam zahlte gegen Jahresende sogar weniger.

"Wir sehen die mangelnde Dynamik mit Sorge"  
Die Dynamik im Wettbewerb habe jedenfalls durch die Übernahme von Orange durch "3" gelitten, die Preissteigerungen würden bis dato weiter gehen, so RTR-Chef Johannes Gungl. "Wir sehen die mangelnde Dynamik mit Sorge", erklärte Gungl.

  Weniger sorgenvoll ist hingegen die Entwicklung bei den Streitschlichtungsfällen, wo es im Vorjahr einen Rückgang von 1.511 Verfahren oder 35 Prozent gegeben hat. Gungl führt dies vor allem auf die Kostenbeschränkungsverordnung zurück, wonach bei Datendiensten eine Sperre bei 60 Euro im Monat eintritt. Insgesamt wurden im Vorjahr 2.859 Schlichtungsfälle registriert. Als einziger musste "3" einen Anstieg der Beschwerden verzeichnen, allerdings sei dies auf die Netzzusammenführung mit Orange zurückzuführen, hier habe sich die Lage mittlerweile beruhigt. Die beste Bilanz - in Relation zum Marktanteil - weist T-Mobil auf.

  Allerdings beobachtet Gungl heuer einen gegenläufigen Trend, er rechnet wieder mit mehr Beschwerden. Eine klare Ansage kam von ihm zu der mittlerweile eingestellten Aktion von T-Mobile, Kunden mit SMS "zwangszubeglücken" - sprich ihnen Zusatzdienste aufs Auge zu drücken, die dann aktiv abbestellt werden mussten. "Das war ein Verstoß gegen geltende Rechtslage", so Gungl.

  Nichts neues zu berichten gab es zur Prüfung des Syndikatsvertrages zwischen der Staatsholding ÖIAG und der mexikanischen America Movil. Dieses läuft noch bis Ende Juni. Grundsätzlich sei ein Syndikatsvertrag wie ein Zusammenschluss, nun gelte es zu schauen welche wirtschaftlichen Aktivitäten die Mexikaner noch in Österreich haben.