Wien. Der Musikwirtschaftsverband IFPI zeigt sich wenig erfreut über die Untätigkeit der Provider beim Thema Website-Sperren. Nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs (OGH) können diese verpflichtet werden, den Zugriff auf Websites mit illegalen Inhalten zu sperren. Die Frist der entsprechenden Aufforderung sei aber ergebnislos verstrichen, wie IFPI mitteilte. Nun könnte ein Gerichtsverfahren drohen.

Ende Juli wurden von der IFPI sowie dem Verein für Antipiraterie (VAP) erste Anträge auf das Blockieren von Webseiten eingebracht. Unter anderem geht es dabei um die Portale thepiratebay.se, isohunt.to, 1337x.to und h33t.to. "Die Grundlagen für Website-Blocking sind in Österreich rechtskräftig geklärt, und wir haben darauf aufbauend die Sperrung von vier illegalen Websites gefordert", wird IFPI-Geschäftsführer Franz Medwenitsch am Montag in einer Aussendung zitiert. "Von den Providern gibt es dazu bis heute keine Reaktion und so mussten wir unseren Anwalt mit der Vorbereitung rechtlicher Schritte beauftragen."

Vonseiten der Internet Service Provider Austria (ISPA) war vorerst niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Nach dem OGH-Urteil hatte ISPA-Generalsekretär Maximilian Schubert die Sperrmöglichkeit als problematisch bezeichnet. Man wolle sich nicht "den Schwarzen Peter" zuschieben lassen. Gleichzeitige hatte Schubert betont, dass die Internetbranche keinesfalls "illegale Inhalte fördert oder auch nur akzeptiert". Vielmehr gehe es um die Art und Weise, wie man dagegen vorgehe.