Wien/Linz. Mit einer wohl neuartigen Werbestrategie kämpft die Piratenpartei Oberösterreich um den Einzug in den Linzer Gemeinderat: Die Kleinpartei hat ein Inserat auf der Website YouPorn mit einem Bild von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) geschalten. Die Aktion sei Teil einer Kampagne gegen Online-Überwachung, bestätigte ein Sprecher am Dienstag.

"Johanna möchte dir zuschauen!" heißt es auf dem Banner, auf dem ein Foto der Innenministerin platziert ist. "Ja, wir haben das tatsächlich geschalten", bestätigte ein Sprecher der Bundespartei, welche die Aktion der Oberösterreicher voll unterstützten. Verlinkt ist die Internet-Werbung mit der Internet-Kampagne der Linzer Landesgruppe. Dort wird vor dem "orwellschen Überwachungsstaat", dem geplanten Staatsschutzgesetz der Regierung und der Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung gewarnt.

Das Bild der Innenministerin sei gewählt worden, "weil sie eine treibende Kraft hinter der immer mehr ausufernden Überwachung in Österreich ist", argumentierten die Piraten in einer Aussendung. Zu den Kosten für die Werbung wollten sich die Piraten nicht näher äußern. Nur so viel: Diese würden "deutlich weniger" betragen als etwa Online-Inserate auf gängigen Nachrichtenplattformen.

Keine Erlaubnis für YouPorn-Werbung mit Mikl-Leitner

Das Innenministerium hat die Piratenpartei Oberösterreich ersucht, die Online-Werbung auf YouPorn mit einem Foto von Ressortchefin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) wieder zurückzuziehen. "Es gibt keine Zustimmung zur Verwendung des Personenbildnisses oder der persönlichen Daten der Innenministerin für die Wahlwerbung Ihrer Partei", heißt es in einem E-Mail an die Piraten, welches der APA vorliegt.

Die Piraten, die in Linz für den Gemeinderat kandidieren, hatten ein Banner auf der Porno-Website geschaltet, welches unter der Verwendung von Mikl-Leitners Foto vor Internet-Überwachung warnt. Der Spruch auf dem Banner: "Johanna möchte dir zuschauen!" Via E-Mail hatte die Kleinpartei sogar versucht, die Zustimmung des Innenministeriums einzuholen - allerdings nicht eine Antwort abgewartet.

Das Innenministerium reagierte höflich, aber bestimmt. "Vorweg die gute Nachricht: Ich darf Ihnen versichern, dass nicht geplant ist, Ihnen bei Ihren besonderen Aktivitäten 'zuzuschauen'", hieß es in Anspielung auf die regelmäßigen Nutzer des Mediums. "Des Weiteren darf ich Sie ersuchen, von der Verwendung ihres kreativen Sujets Abstand zu nehmen."