Armonk. Was bei Cyberattacken oft ein Problem ist: Es gibt viele Informationen, aber keine Übersicht. Die könnte, geht es nach IBM, in Zukunft künstliche Intelligenz liefern. Dafür will der Konzern seine KI-Maschine "Watson" verstärkt einsetzen.

IBM startete gemeinsam mit 40 Organisationen das "Watson for Cyber Security Beta-Programm". Es solle Sicherheitsteams künftig in die Lage versetzen, strukturierte Daten sowie von Menschen generierte Informationen für die Abwehr zu verwerten, sagte Christian Nern von IBM am Dienstag.

Das Watson-System von IBM hatte erstmals für größere Schlagzeilen gesorgt, als es 2011 in einer TV-Quizsendung gegen zwei menschliche Gegner antrat und gewann. Auch der Internet-Riese Google forscht intensiv an künstlicher Intelligenz. Zuletzt schaffte es das Programm Alpha Go erstmals, einen menschlichen Go-Spieler zu schlagen. Das Brettspiel hat zwar einfache Regeln, galt wegen seiner Komplexität bisher für einen Computer als nicht spielbar.

Die Experten erhoffen sich vom Einsatz kognitiver Technologien vor allem wichtige Entscheidungshilfen beim Auftreten von Sicherheitsvorfällen, da automatisiert in kürzester Zeit deutlich mehr Daten ausgewertet werden können. So kann die Technologie schnell erkennen, ob bei einem Angriff bereits bekannte Schadsoftware genutzt wurde, verdächtige Abläufe schneller erkennen und vor einem Angriff warnen. Auch Firmen wie das britische Startup Darktrace verwenden diesen Ansatz.

Neben Vertretern aus der Banken-, Gesundheits-, Versicherungs-und Bildungsbranche beteiligten sich auch andere "Schlüsselbranchen" an dem Programm, hieß es. Gemeinsam wollen sie den Einsatz der Watson-Technologie gegen Cyber-Angriffe "von der Forschungsphase in die reale IT-Welt" bringen.