Wien. Der digitale Wandel kostet in den Banken Jobs. Weiter rückläufig sein wird die Beschäftigung voraussichtlich im Zahlungsverkehr, bei Retailkundenbetreuung oder im Treasury. Neue Jobs entstehen bei IT, Datenmanagement oder Produktentwicklung. Die Banken müssen ihre Filialkonzepte überdenken. Um ihre Daseinsberechtigung zu haben, müssen neue Geschäftsmodelle her. Das besagt eine Studie von KPMG.

"Die zündende Idee, wie ein neues Narrativ aussehen soll, sehen wir noch nicht" beklagten die Vorsitzende der Privatangestelltengewerkschaft GPA-djp, Barbara Teiber, und die Vizedirektorin der Arbeiterkammer Wien, Maria Kubitschek, am Freitag vor Journalisten. Bis jetzt werde hauptsächlich an Arbeitsplätzen gespart, würden Filialen zugesperrt. "Für uns kein nachhaltiges Geschäftsmodell." Diese Entwicklung nähre Widerstand bei den Betroffenen und die Skepsis, ob der digitale Wandel gelingen kann.

Vier Technologien für den Wandel

Im Auftrag von AK und GPA-djp hat das Beratungsunternehmen KPMG zwischen März und August 2018 eine Studie erstellt. Ermittelt werden sollte, in welchen Bankbereichen neue Beschäftigung entsteht und wo es weiter abwärts geht. Vier Technologien - nämlich Künstliche Intelligenz, Biometrie, Blockchain und Cloud - werden nach Angaben des KPMG-Experten und Autors Alexander Lippner Betrieb und Vertrieb und damit die ganze Wertschöpfungskette der Banken beeinflussen.

Kaum ein anderer Wirtschaftsbereich steckt bereits tiefer im digitalen Wandel als die Banken. Monotone und Routine-Arbeiten würden automatisiert. Immer mehr Back-office-Aufgaben können Maschinen erledigen: In der Bilanzanalyse für das Kreditrisiko könne, so prognostiziert die KPMG-Studie, beispielsweise ein Bot Bilanzinformationen sammeln und auswerten, Künstliche Intelligenz die Analyse übernehmen. Was der Bilanzanalyst mit der freiwerdenden Zeit mache, werde von seiner Begabung abhängen, meint Lippner. Er könne die Firmenkundenberatung unterstützen, in andere Branchenzuständigkeiten wechseln oder selber in die Steuerung der neuen Technologie einsteigen. Künstliche Intelligenz werde aber nie Letztentscheidungen treffen, sagte der KPMG-Experte. Dennoch brauche es eindeutige Haftungsregeln in der Mensch-Maschine-Kommunikation.

Weniger Jobs, neue Beschäftigungen