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Die Pornoseite Pornhub hat ihre vorläufige Jahresstatistik für 2018 veröffentlicht. Der "Wiener Zeitung" liegt nun auch der Länderauszug für Österreich vor. Er zeigt: Die Besucher suchen weiterhin vor allem nach dem Deutschen und Nationalen: Auf Platz 1 der Suchbegriffe findet sich die "deutsche Nachbarin", hinter der "milf" folgen "deutsch" und "deutsche lesben". "Austrian" schafft es auf Platz sieben. Auch ist "German" mittlerweile die beliebteste Pornokategorie.

Mit dieser Hinwendung zum Nahen und Nationalen steht Österreich keineswegs alleine da – in nahezu jedem Land wird jeweils danach gesucht. In Japan waren 2018 etwa "japanese", "japanese wife" und "japan" die Top-Suchbegriffe, in Polen "polish", "polska", "polskie". Die "Wiener Zeitung" hat dieses Phänomen bereits ausführlich beleuchtet. Laut Fachleuten handelt es sich dabei um den Wunsch der Zuschauer, dass die Videos möglichst lebensnah wirken. Manche Zuschauer errege es, wenn sie "eine Frau sehen, die in ihrem Alltag vorkommen könnte", erklärte der Psychologe Wolfgang Kostenwein, Leiter des Österreichischen Instituts für Sexualpädagogik und Sexualtherapie.

2017 blieben österreichische Nutzer durchschnittlich neun Minuten und 35 Sekunden auf der Seite, 2018 waren es zehn Minuten und zwei Sekunden. - © Pornhub
2017 blieben österreichische Nutzer durchschnittlich neun Minuten und 35 Sekunden auf der Seite, 2018 waren es zehn Minuten und zwei Sekunden. - © Pornhub

Ganz im Trend liegen die Österreicher auch, wenn es um das gewaltige Interesse an der Pornodarstellerin "Stormy Daniels" gehts. Sie gab 2018 an, eine Affäre mit US-Präsident Donald Trump gehabt zu haben, Trump bestreitet das. Das Interesse an "Stormy Daniels" stieg bei Pornozuschauern durch die Medienberichte ins Unermessliche. Sie erstürmte bei der Pornhub-Jahresstatistik die Liste der "Suchbegriffe, die 2018 definierten". Wozu auch die Österreicher beitrugen: "Stormy Daniels" landete hinter "Lexy Roxx" auf Platz 2 der meistgesuchten Pornostars.

In anderen Bereichen hebt sich Österreich hingegen von anderen Ländern ab. Etwa in den "Trending Searches" – das sind jene Suchanfragen, die 2018 im Vergleich zum Vorjahr besonders stark gestiegen sind. In die Höhe schoss 2018 in Österreich der Begriff "schnick schnack schnuck". 1168 Prozent häufiger wurde nach ihm gesucht. Ein österreichisches Phänomen, denn auch in der deutschen Statistik findet man den Begriff nicht.

Auch ein großer Trend ist an Österreich vorbeigezogen: Weltweit werden Pornos immer beliebter, in denen Computerspielcharaktere vorkommen. Ein Renner ist etwas das Spiel "Fortnite", das Pornhub sogar als zweitwichtigsten Suchbegriff des Jahres aufführt. In zahlreichen Länderstatistiken findet sich der Begriff ganz weit vorne, in Österreicher taucht er hingegen nicht auf. Ebenfalls interessant: Im Vergleich zum Rest der Welt haben die österreichischen Benutzer auch einen auffälligen Fetisch für Uniformen. Sie schauen derartige Videos 60 Prozent häufiger an als Menschen in anderen Ländern.

Gegenüber dem Vorjahr ist auch die Anzahl an weiblichen Besuchern gestiegen: 2017 waren 24 Prozent aller Gäste weiblich, 2018 stieg ihre Anzahl auf 30 Prozent. Damit übersteigt Österreich den weltweiten Durschnitt, der bei 29 Prozent liegt. Auch die Verweildauer hat sich erhöht: 2017 blieben österreichische Nutzer durchschnittlich neun Minuten und 35 Sekunden auf der Seite, 2018 waren es zehn Minuten und zwei Sekunden. Damit reiht sich Österreich ungefähr im weltweiten Schnitt ein: Die durchschnittliche Verweildauer beträgt zehn Minuten und dreizehn Sekunden.