Ein weiteres neues Amazon-Gerät ist ein vernetzter Lautsprecher mit deutlich verbessertem Klang. Damit verstärkt der Konzern die Konkurrenz mit Apple und Hifi-Spezialisten wie Sonos. Das Modell Echo Studio soll für Rundum-Sound sorgen und sich auch an den Raum anpassen. Den Preis setzte Amazon mit rund 200 Euro deutlich niedriger als bei Konkurrenzmodellen an - ein HomePod von Apple etwa kostet 329 Euro. Von Amazon gab es außerdem auch neue Versionen bisheriger Echo-Lautsprecher.

Als experimentelle Produkte bringt Amazon eine Brille und einen Ring mit Mikrofonen und winzigem Lautsprecher zur Nutzung von Alexa heraus. Sie werden in den USA in limitierter Auflage verfügbar sein. Die Brille hat keine Kamera oder Display, sondern ist nur zur Sprach-Kommunikation mit Alexa gedacht.

Limp betonte, dass Datenschutz bei allen Funktionen zu den Grundlagen gehöre. Amazon war - wie auch andere Anbieter von Sprachassistenten wie Apple und Google - in den vergangenen Monaten dafür kritisiert worden, dass auch Mitarbeiter Mitschnitte von Unterhaltungen mit Alexa zu hören bekamen, während das den Nutzern nicht bewusst war. Inzwischen werden sie ausdrücklich darauf hingewiesen und können der Verwendung ihrer Aufzeichnungen zur Verbesserung der Spracherkennung widersprechen.

Amazon-Chef Jeff Bezos schaute kurz beim Event in den hauseigenen Biosphären am Hauptquartier in Seattle vorbei und sagte auf Fragen von Journalisten unter anderem, dass er eine Regulierung von Technologie zur Gesichtserkennung begrüßen würde. Amazon entwickelte eine Gesichtserkennungs-Technik unter dem Namen "Rekognition", die auch von Behörden in den USA verwendet wird.

Mit dem Service "Amazon Sidewalk" will der Konzern in der Zukunft eine neue Infrastruktur für das Internet der Dinge schaffen. Mit dem proprietären Funkstandard im Bereich von 900 MHz sollen Entfernungen von mehreren hundert Metern überbrückt werden können. Die Technik ist zunächst einmal dafür gedacht, Geräte außerhalb des Hauses wie Bewässerungssensoren stromsparend anzubinden. Wenn in einer Nachbarschaft viele Sidewalk-Netze laufen, könnte man aber zum Beispiel auch entlaufene Tiere damit aufspüren.

Amazon schmiedet Sprachassistenten-AllianzEine neue Unternehmensallianz rund um Amazon will dafür sorgen, dass in Zukunft auf vielen Geräten mehrere Sprachassistenten nebeneinander laufen können. Zu den mehr als 30 Firmen gehören unter anderem BMW und Spotify, die Hifi-Spezialisten Bose, Sony und Sonos sowie Chip-Konzerne wie Intel, Qualcomm und NXP.

Apple und Google, deren Sprachassistenten mit Amazons Alexa konkurrieren, sind auffälligerweise nicht dabei. Microsoft dagegen schon, obwohl der Windows-Gigant mit Cortana ebenfalls eine eigene Assistenz-Software hat. Interessant ist, dass auch die großen chinesischen Player Baidu und Tencent sich der am Dienstag vorgestellten Amazon-Allianz anschlossen. Der Smartphone-Marktführer Samsung, der den eigenen Sprachassistenten Bixby etablieren will, blieb ihr dagegen fern.

Die Idee, dass mehrere Sprachassistenten parallel auf einem Gerät installiert werden und dann mit ihrem jeweiligen Weckwort wie etwa "Alexa" aktiviert werden, gibt es schon seit einiger Zeit. So zeigte etwa Harman bereits vor einigen Jahren, wie verschiedene Assistenten im Auto gleichzeitig laufen könnten. Amazon und Microsoft probierten das Zusammenspiel von Alexa und Cortana aus. Chipkonzerne wie Intel und Qualcomm wollen mit ihren neuen Prozessoren die technische Grundlage dafür schaffen.

(apa/dpa)