Im Bereich der Cyberkriminalität hat es 2019 einen signifikanten Anstieg der Fallzahlen gegeben. Das geht aus der vorläufigen Kriminalstatistik hervor. Bei schweren Formen wie Hacking und dem Zerstören von Datensätzen liegen die Zuwächse bei über 50 Prozent, bei Fake Shops sind Zuwächse von mehr als 100 Prozent zu verzeichnen, gab der Chef des Bundeskriminalamts, Franz Lang, am Freitag bekannt.

Wie Lang im "Ö1 Journal um acht" darlegte, machen es Konsumenten den Kriminellen oft leicht, indem sie veraltete Computersysteme nutzen, diese nicht schützen, keine Back Ups erstellen und grundsätzlich ein geringes Risikobewusstsein an den Tag legen. Auch immer mehr Unternehmen sind von Computerkriminalität betroffen - einer Studie zufolge sind 80 Prozent der heimischen Klein- und Mittelbetriebe bereits Ziel einer Cyber-Attacke geworden.

Zur Eindämmung von Delikten gegen Leib und Leben sollen "in anderer Form" die sogenannten Fallkonferenzen wiedereingeführt werden, die Polizeibehörden mit Gewaltschutzexperten vernetzen, kündigte Lang an. Ziel ist es, einen raschen und umfassenden Informationsaustausch der beteiligten Stellen zu bewirken. Informationssperren sollen zukünftig ausgeschlossen werden. Bei polizeilichen Wegweisungen soll es die Möglichkeit geben, Betroffene zu sogenannten Gefährderansprachen bei der nächstgelegenen Polizeiinspektion zu verpflichten. (apa)