Es ist schon ein gewohntes Ritual - Kaum ist das Neue Jahr angebrochen, öffnet die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas ihre Pforten. Die kommenden Innovationen und Trends, technologische Entwicklungen und gewagte Prototypen sollen den Kunden zeigen, was sie in den nächsten Jahren erwartet. Die größte Neuerung in diesem Jahr gleich vorweg, warum die Spannung unnötig hinauszögern, es gab nun auch Sexspielzeug auf der CES. Nun denn, damit kommt zusammen, was sich nicht mehr trennen lässt: auf der einen Seite verbindet sich die Technik und die Lust und auf der anderen Seite rückte die Elektronikmesse (ein großes Highlight im Las Vegas Veranstaltungskalender) näher an den nächsten Höhepunkt im Jänner, die Sexmesse Adult Expo.

Aber nicht nur die Imitation von Geschlechtsteilen und die "smarten" Produkte zur Luststeigerung standen im Mittelpunkt des Interesses – auch wenn es in diesem Fall auf jeden Fall eines großes war (die CES hatte vor Jahren entsprechende Produkte in den Messehallen verboten und dies nun wieder aufgehoben) – es gab auch in diesem Jahr einige, interessante, aber auch viele skurrile Innovationen zu bestaunen. Wenn wir schon beim Thema Fleischeslust, Imitat und Fälschung sind, dann kam in diesem Jahr auf der Aufmerksamkeitsskala gleich eine Innovation aus dem Hause "Impossible Food". Unter dem Namen "Impossible Pork" wurden Hamburgerlaibchen und Würstl aus rein pflanzlichen Zutaten mit der Geschmacksnote Schwein präsentiert. Damit soll der nächste große Schritt auf dem Siegeszug der Fleischalternativen eingeläutet werden, vor allem Fast Food-Ketten scheinen an den fleischlosen Laibchen interessiert.

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Einen großen Raum, im wahrsten Sinne des Wortes, nahmen in diesem Jahr die Roboter ein. Roboter, die aussahen wie Haie, oder Hunde oder als Exoskelett angelegt, dem Menschen mehr Kraft geben sollen. Bei einer Demonstration zeigte der künstliche Arm namens "Sarcos Guardian XO" seine Vorzüge und ließ Besucher problemlos 23 Kilogramm schwere Koffer über ihre Köpfe hinwegheben. Der "Robo-Shark" des Unternehmens RoboSea soll hingegen die Erforschung der Meere verbessern. Der südkoreanische Konzern Samsung will digitale Avatare dank künstlicher Intelligenz (KI) künftig menschlicher wirken lassen. Das "Projekt Neon" soll computeranimierte Geschöpfe, die bisher etwa in Computerspielen, Filmsequenzen oder in Apps häufig noch künstlich und steif wirken, "echt" aussehen lassen. Die "Neons" genannten Avatare sollen demnach künftig etwa als TV-Nachrichtenmoderator, als Sprecher von Unternehmen und Behörden oder als Schauspieler eingesetzt werden - oder auch als "Gefährten und Freunde". "Neons werden unsere Freunde sein, unsere Mitarbeiter und Begleiter", sagt Star Labs-Chef Pranav Mistry. Dabei könnten sie "kontinuierlich dazulernen" und aus ihren Interaktionen eigene Erinnerungen entwickeln. Dem Unternehmen zufolge sollen die Avatare so lebensecht wirken, dass sie beim Anblick kaum von Menschen aus Fleisch und Blut zu unterscheiden sind und mit einer Latenz von wenigen Millisekunden reagieren. Die Ankündigung von Samsung fällt zusammen mit wachsenden Befürchtungen vor sogenannten Deepfakes im Internet - also Videos, die täuschend echt aussehen, aber tatsächlich mittels KI zu Manipulationszwecken verfälscht oder geschaffen wurden.