Großbritannien will Social-Media-Unternehmen wie Facebook, Twitter oder Snap verantwortlich für die Blockierung oder Entfernung schädlicher Inhalte auf ihren Plattformen machen. Wegen der wachsenden Bedeutung des Internets müssen die Verbraucher besser vor Schaden geschützt werden, teilten Digitalministerin Nicky Morgan und Innenministerin Priti Patel mit.

So müssten alle Unternehmen über Systeme verfügen, die ihre Nutzer vor schädlichen Inhalten wie Hassbotschaften, Gewalt oder Pornografie schützten. Die Sorgfaltspflicht solle für Plattformen gelten, auf denen nutzergenerierte Inhalte geteilt werden, zum Beispiel durch Kommentare, Foren oder Video-Sharing. Für die Einhaltung sei die Medienaufsicht Ofcom zuständig.

Großbritannien hat im vergangenen Jahr neue Gesetze zur Online-Sicherheit vorgeschlagen. Die ehemalige Premierministerin Theresa May hatte damals angekündigt, dass sie eine gesetzliche "Sorgfaltspflicht für Internetfirmen auferlegen werde, um die Sicherheit der Nutzer im Internet zu gewährleisten". Den Unternehmen würden bei Verstoß hohe Geldstrafen drohen, wobei die Manager auch persönlich zur Verantwortung gezogen werden könnten. Weltweit ringen Regierungen um eine bessere Kontrolle von Inhalten auf sozialen Medienplattformen.

Facebook sperrt getarnte Konten des russischen Geheimdienstes

Facebook hat nach eigenen Angaben ein Netzwerk mit gefälschten Nutzerkonten des russischen Militärgeheimdienstes gesperrt. Dieser habe mehr als 100 Accounts beim sozialen Netzwerk und Instagram genutzt, um in der Ukraine und in Osteuropa Falschinformationen zu streuen, sagte der Leiter der Cybersicherheit bei dem US-Konzern, Nathaniel Gleicher, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Oft hätten sich die Mitarbeiter als Journalisten ausgegeben. Eine Stellungnahme des russischen Geheimdienstes lag zunächst nicht vor.

Facebook gibt regelmäßig die Schließung derartiger Netzwerke bekannt. Russland hat in der Vergangenheit wiederholt Vorwürfe zurückgewiesen, zu versuchen, über soziale Medien Einfluss auf die Politik in anderen Länder zu nehmen.(apa/reuters)